"Geburtstagsausstellung" für Nestroy im Historischen Museum

Wien, (OTS) "Die Welt steht auf kein Fall mehr lang" ist die Jubiläumsausstellung anlässlich des 200. Geburtstages von Johann Nestroy im Historischen Museum der Stadt Wien betitelt, die vom 6. Dezember 2001 bis 27. Jänner 2002 zu sehen ist. Nestroys Schaffen hat die apokalyptischen Visionen seines Schusters Knieriem jedenfalls bis heute bestens überstanden. Gemeinsam mit der Wiener Stadt- und Landesbibliothek dokumentiert das das Historische Museum und hat eine Schau erstellt, in deren Mittelpunkt die Handschriften der rund 80 Stücke stehen, die uns Nestroy hinterlassen hat und die im Besitz der Stadt- und Landesbibliothek sind: begeleitet von Einblicken in die Rolle der Musik in Nestroys Stücken, in den ihn durch sein ganzes Schaffen begleitenden Kampf mit der Zensur, mit einem Blick auf das Revolutionsjahr 1948. Auch das Leben und der Alltag des Dichters werden durch Möbel, Utensilien etc illustriert.****

Mit dem "Wiener Musiktheater in Nestroyscher Manier" wird den Besuchern am 6., 7.,und 8. Dezember, jeweils 20 Uhr, in der Ausstellung auch eine theatralische Annäherung an Nestroy und seine Bühnenfiguren durch Alexander Kukelka und sein Ensemble geboten. Prototypen der Nestroy-Welt erwachen zum Leben und hinterfragen die Rollen, die ihnen der Dichter zugewiesen hat. Eintritt: 250 Schilling, Gruppen 200 Schilling, Schüler und Studenten 150 Schilling

Eine Reihe weiterer Programme sind im Jänner bei freiem Eintritt zu sehen:

"Der Zerrissene", ein Stück von Christoph Bochdansky über Nestroys gleichnamiges Theaterstück, eine Lesung mit Robert Mayer, ein Abend mit Elfriede Ott und ein Nestroy-Querschnitt mit den Schülern des Konservatoriums der Stadt Wien.

Die Ausstellung selbst ist Dienstag bis Sonntag von 9 bis 18 Uhr, am 24. Dezember von 9 bis 15 Uhr zu sehen. Eintritt : 50 Schilling, verschiedene Ermäßigungen.

Die Blicke auf die Handschriften zu allen Stücken (soweit sie erhalten sind), soll weniger die "Aura" des Dichters vermitteln, als seine Arbeitsweise und die Fülle der Überlieferungsträger: Skizzen, Vorarbeiten, Reinschriften, Theaterhandschriften, Rollenhefte und Partituren. Diese in jeder Bedeutung des Wortes kostbaren Originale, die in dieser Fülle noch nie zu sehen waren und schon aus konservatorischen Rücksichten auf lange Sicht nicht mehr gezeigt werden können, bilden das Herzstück der Schau. Darum herum werden zeitgenössische Bilder und Dokumente ein Bild von Nestroys Leben und seiner theatralischen Wirksamkeit vermitteln. Man wird Einblick in die Entstehung eines Stückes bekommen und auch die Schaffensbedingungen näher kennen lernen, vor allem auch den Umgang mit der Zensur, die peinlich darauf achtete, dass auf der Bühne kein politisch, religiös, sozial oder sittlich bedenkliches Wort fiel. Die Revolution des Jahres 1848 bereitet ihr ein - allerdings nur kurzfristiges - Ende. Selbstverständlich wird auch der Rolle der Musik in Nestroys Possen gedacht und des Einzugs von Jacques Offenbachs Werk auf Nestroys Bühne, wodurch die neue Form der Operette wesentliche Impulse erhielt. Und nicht zuletzt kann man Dinge aus Nestroys Alltag sehen: Möbel, Schlafrock, Schreibzeug, Taschenuhr, Lampe und Lorbeerkrank. (Schluss) gab/bs

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