HAUPTsache Bauernbund zufriedengestellt

Massive VIER PFOTEN-Kritik an geplanter Impfstoff-Freigabe durch Minister Haupt

Wien (OTS) - Auch die Tierschutzorganisation VIER PFOTEN übte
heute massive Kritik an der von Bundesminister Haupt geplanten Freigabe von Tier-Impfstoffen an die heimischen Landwirte. Offenkundig unter dem Dauerdruck der Agrarlobby zusammengebrochen, konterkariert Haupt mit seinem Vorgehen den jüngsten, für Österreich desaströs ausgefallenen EU-Bericht, statt sich Gedanken über die darin vorgesehenen Verbesserungen in der Nutztierhaltung zu machen.

Entgegen den heutigen PR-Meldungen in Sachen Tierarzneimittel-Kontrollgesetz soll der auf gut Glück Medikamente verabreichende Bauer in Hinkunft nicht bestraft werden, sondern vielmehr dabei unterstützt werden, unterschiedliche Impfungen gleich selbst vorzunehmen, um bei Tierarztkosten möglichst sparen zu können. Bereits morgen könnte diese Horrorvision im parlamentarischen Gesundheitsausschuss Wirklichkeit werden.

"Damit wird jegliches Kontrollsystem völlig außer Kraft gesetzt", befürchtet der VIER PFOTEN-Nutztierexperte Michael Buchner, "und überdies haben Impfstoffe in der Hand von Laien mit Gewissheit nichts verloren. Dies würde nämlich nichts anderes als einen Anschlag auf Österreichs Konsumenten- und Tierschutz bedeuten."

Tatsächlich ist die Gefahr riesengroß: Rund 300 Personen essen im Land von einem einzigen Schwein. Durch Freigabe von Impfstoffen und Medikamenten an den Bauern wird der Tierarzt zunehmend aus dem Stall gedrängt. Dieses "englische Modell" birgt unter anderem eine enorme Seuchen-Bedrohung durch die Zuspäterkennung von Krankheiten, sobald der Landwirt selbst für die Behandlung seiner Tiere zuständig wird, und Tierärzte aus erwähnten Einsparungsgründen nur mehr in den augenscheinlich dringendsten Fällen in den Stall gerufen werden.

Für VIER PFOTEN-Sprecher Attila Cerman entspricht das (Nicht)verhalten von Bundesminister Haupt jedenfalls dem zunehmend bedrohlicher werdenden Trend, von dem die Regierungsarbeit seit geraumer Zeit bestimmt wird: "Die ÖVP - namentlich Landwirtschaftsminister Molterer - gibt dem Regierungspartner auch in dieser Angelegenheit den Ton vor, und dabei bleibt einmal mehr die Konsumentensicherheit für Österreichs Bevölkerung auf der Strecke, gerade so, als hätte es den Schweinemast-Skandal nie gegeben."

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