ÖBB: Vom "Polarfuchs" zum TAURUS - BILD (web)

Generationswechsel in Villach

Villach (OTS) - Die ÖBB erhalten bis 2006 insgesamt 400 TAURUS Hochleistungsloks. Von den 230 km/h schnellen und rund 10.000 PS starken Kraftpaketen sind heute bereits 74 auf Österreichs Schienen unterwegs. Nun ist es auch in Kärnten soweit. Im Traktionsstandort Villach werden bis 2004 insgesamt 55 Hochleistungsloks der Zweifrequenzvariante 1116 stationiert.****

Die "Polarfüchse" verabschieden sich von Österreich

Am 8. November 2001 stand die letzte von insgesamt zehn Loks der Reihe 1043 im Dienst der ÖBB. An diesem Tag genau vor 30 Jahren traf der erste "Polarfuchs" aus Schweden in Österreich ein. Während der drei Betriebs-Jahrzehnte erbrachten die Schwedenloks äußerst zufriedenstellende Leistungen, vor allem auf der Tauernbahn und im Kärntner Zentralraum. Die Loks aus dem Hohen Norden waren zum Zeitpunkt ihrer Anschaffung eine absolute Novität. Damals fasste die Halbleitertechnik Fuß im weltweiten Lokomotivbau.

Thyristortechnik: Eine neue Ära im Schienenfahrzeugbau begann

Mit der herkömmlichen Antriebstechnik, die auf reiner Wechselstromtechnik basierte, waren keine weiteren Leistungssteigerungen ohne einer starken Gewichtszunahme zu realisieren. Der mit regelbaren Dioden, kurz Thyristoren, erzeugte Wellenstrom ließ jedoch leichtere Bauarten mit hoher Traktionsleistung zu. Die elektronischen Bauteile konnten platzsparend in Schaltschränken untergebracht werden. Diese Technologie wurde bis heute beibehalten und weiterentwickelt.

Der TAURUS auf Österreichs Schienen

Die ÖBB beauftragten 1997 die Siemens Verkehrstechnik Österreich AG mit der Lieferung von vorerst 75 Drehstromloks mit Asynchronmotoren mit einer Höchstgeschwindigkeit von 230 km/h und einer maximalen Leistung von rund 10.000 PS. Nach dem Einlösen aller weiteren Lieferoptionen erhalten die ÖBB bis 2006 insgesamt 400 moderne Hochleistungsloks in Einsystem- und Zweisystemausführung. 74 Loks sind bereits im Einsatz.

Grenzüberschreitender Einsatz des TAURUS

Von den 400 Loks sind 350 für den Betrieb unter zwei Stromsystemen ausgelegt. Dadurch ist ein Betrieb des TAURUS in weiten Teilen Europas, nach vorheriger Adaptierung der länderspezifischen Sicherungssysteme, möglich. Die Loks verfügen neben der punktförmigen Zugbeeinflussung (PZB - früher INDUSI) auch über die Linienzugbeeinflussung (LZB), wie sie auf der Westbahn zwischen Wels und Linz bzw. auf den Neu- und Ausbaustrecken der Deutschen Bahn installiert ist. Der Einbau des künftigen europäischen Zugsicherungssystems ETCS ist bereits vorbereitet.

Bestechendes Design

Das zeitlose und ergonomische Design in Verbindung mit dem strahlenden ÖBB Rot sind die optischen Markenzeichen des TAURUS. Die nach aerodynamischen Versuchen und Berechnungen konstruierte Form verringert bei schnellen Zugsbegegnungen das Entstehen von ungünstigen Druckwellen.

TAURUS made by ÖBB

Über 40 Komponenten werden von den ÖBB zugeliefert. Der Zusammenbau erfolgt im ÖBB-Werk in Linz (Technische Services), wo jede Woche eine neue Hochleistungslok die Werkshallen verlässt. Ab 2002 erfolgt eine weitere Leistungssteigerung auf 75 Loks pro Jahr.

Generationswechsel in Kärnten

Genau 30 Jahre nach dem Einzug neuer Technologien im Schienenfahrzeugbau erfolgt der zweite große Generationswechsel in Kärnten. Die neun noch vorhanden Loks der Reihe 1043 werden nach Schweden an das private Eisenbahnverkehrsunternehmen TÅGÅB (Tågåkeriet i Berglandsbanen AB) verkauft und verlassen zum Jahreswechsel das Österreichische Streckennetz. Die Geschäfte des "Polarfuchs" übernehmen die Hochleistungsloks TAURUS, von denen ab 2002 insgesamt 55 Exemplare in Villach stationiert werden.

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