ÖGB-NÖ Staudinger: Zeit der Arbeitslosigkeit für Qualifizierungsmaßnahmen nutzen

Zuwenig Bundesmittel für aktive Arbeitsmarktpolitik

Wien (ÖGB). "Die jüngsten drastischen Arbeitslosenzahlen legen schonungslos offen, dass derzeit zuwenig an finanziellen Mittel für die aktive Arbeitsmarktpolitik vorhanden sind. Wir müssen den Arbeitsplatz der Gegenwart und der Zukunft unter dem Blickwinkel der Globalisierung und nicht zuletzt der EU-Osterweiterung betrachten. Wir können den Konjunkturrückgang leider auch nicht aufhalten, zeichnet sich dieser doch bereits weltweit ab. Aber wir können mit Qualifizierungsmaßnahmen für unsere ArbeitnehmerInnen dafür sorgen, dass sie fit für die Zukunft und die einhergehenden Anforderungen sind. In Niederösterreich wird ein sozialpartnerschaftlich erfolgreicher Weg in aktiver Arbeitsmarktpolitik gegangen, wie es am Beispiel der Implacementstiftungen zu sehen ist", erklärt der Vorsitzende des ÖGB-NÖ Josef Staudinger zu den aktuellen Berichten.++++

Von den niederösterreichischen Sozialpartnern und der NÖ Landesregierung wurde im Rahmen der NÖ-Jobinitiative neben den bereits bestehenden Qualifizierungsprogrammen die Errichtung einer sogenannten Implacementstiftung eingeleitet. In einer Implacementstiftung kann die Zeit der Arbeitslosigkeit für Aus- oder Weiterbildungsmaßnahmen speziell und punktgenau für die Bedürfnisse eines Unternehmens genutzt werden.

"Statt die Mittel für aktive Arbeitsmarktpolitik auszuweiten, die ja gerade für wirtschaftlich 'kältere Zeiten' gedacht sind, erleben wir genau das Gegenteil. Wirtschaftsforscher und Politiker diskutieren, ob das zu erwartende Wirtschaftswachstum Rezession oder Stagnation auf hohem Niveau benannt werden soll. Tatsache ist, dass diese dringend benötigten Mittel für eine aktive Arbeitsmarktpolitik dem Fetisch Nulldefizit geopfert werden", kritisiert der Vorsitzende des ÖGB-NÖ abschließend.
(Schluss)

ÖGB, 5. Dezember 2001
Nr. 1053

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LS KR Gerhard Posset

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