Kogelbauer zu Aktionstag: Neues Hochschullehrerdienstrecht muss überarbeitet

Wien (OTS) - Vor dem Hintergrund des heute statt findenden Aktionstages an den österreichischen Universitätskliniken hat die Kurienobfrau der Spitalsärztinnen und -ärzte in der Österreichischen Ärztekammer, Dr. Gabriele Kogelbauer, erneut dringend eine Revision des neuen Hochschullehrerdienstrechts eingemahnt. "Bundesweit haben sich die Klinikärzte dazu entschlossen, auf ihre Probleme mit dem neuen Dienstrecht aufmerksam zu machen. Das zeigt, dass es nicht nur hier und da Probleme mit der Neuregelung gibt, sondern dass das neue Dienstrecht generell erhebliche Qualitätseinbußen bei der spitzenmedizinischen Versorgung in Österreich befürchten lässt", betonte Kogelbauer in einer Aussendung am Mittwoch. Die Verschlechterungen bei den Arbeitsbedingungen, die das neue Dienstrecht speziell für junge Klinikärzte bewirkt hätten, müssten unbedingt zurückgenommen werden. "Sonst wird der erreichte hohe Standard in Lehre und Forschung, sowie in der Patientenversorgung langfristig nicht erhalten bleiben", warnte Kogelbauer.

Zu Unmut hat an den Universitätskliniken besonders die Tatsache geführt, dass das Grundgehalt für die ab Oktober dieses Jahres neu in den Dienst eintretenden wissenschaftlichen Mitarbeiter - also Ärztinnen und Ärzte in Ausbildung zum Facharzt - um rund 30 Prozent gekürzt wurde. Für die neuen niedrigeren Bezüge muss die gleiche Arbeit in Lehre, Forschung und Patientenversorgung geleistet werden wie bisher. Gleichzeitig gibt es nur noch befristete Verträge. Das bedeutet, dass selbst bei überdurchschnittlich qualifizierten Mitarbeitern eine automatische Vertragsverlängerung nicht gegeben ist. Auch ist aufgrund der im neuen Hochschulrecht geplanten Budgetierung langfristig ein Stellenabbau im Mittelbau nicht ausgeschlossen.

"Das heißt, das Aufrücken in die nächsthöhere Position wird nach der Ausbildung unsicher. Die Lebensplanung begabter Nachwuchskräfte wird über den Haufen geworfen. Die besten unter ihnen werden lieber in die Privatwirtschaft gehen, als den unsicheren und wenig einträglichen Job in der Uniklinik anzunehmen", prognostiziert Kogelbauer. "Doch mehr noch: Auch die kurzfristige Personalfluktuation an den Universitätskliniken wird zunehmen - zum Schaden für die Patientenversorgung und für die vielen dort erarbeiteten Forschungsprojekte, die beide eine größtmögliche Kontinuität benötigen."

Grundsätzlich sei eine Modernisierung der Universitätskliniken zu begrüßen, stellte Kogelbauer klar. "Aber bitte zu leistungsgerechter Entlohnung und fairen Arbeitsbedingungen! So wie es jetzt läuft, wird eher das Gegenteil der angestrebten Modernisierung nämlich ein Rückschritt bei der Qualität der Spitzenmedizin erreicht."

Sollte sich auch nach dem Aktionstag keine Gesprächsbasis über eine Änderung des Dienstrechts auftun, werde man die Proteste in anderer Form weiterführen.

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