ACHTUNG KORREKTUR: Neue Hotelklassifizierung ab 1. Jänner 2002

Melcher: "Gästewünsche und Gästevertrauen stehen im Vordergrund" - Frühstücksbuffets sowie Sat- und Kabel-TV ab Drei-Sterne-Hotels künftig obligatorisch

Wien (PWK880) - Noch stärker an den Wünschen und Bedürfnissen der Gäste orientiert sich die neue österreichische Hotelklassifizierung, die mit 1. Jänner 2002 in Kraft tritt. "Wir sind dabei einen wichtigen Schritt von der Angebots- zur Nachfrageorientierung gegangen. Die aus den 80er-Jahren stammenden bisherigen Mindestkriterien wurde gleichzeitig gestrafft und entrümpelt, sodass die neue Richtlinie nur mehr acht statt bisher zwanzig Seiten enthält", fasste der Vorsteher des Fachverbandes Hotellerie in der Wirtschaftskammer Österreich, Komm.Rat Hans Melcher, Dienstag Abend vor der Presse die Vorzüge der neuen Richtlinie zusammen. Diese wurde Dienstag Abend im Rahmen einer "Sternengala" durch Wirtschaftsminister Bartenstein und Fachverbandsvorsteher Melcher der Fachöffentlichkeit präsentiert.

In die neue Klassifizierung wurden die in einer großangelegten Kundenbefragung (1.500 befragte Gäste) erhobenen Vorlieben und Wünsche eingebaut. Damit wird die von der heimischen Hotellerie verfolgte Marken- und Qualitätspolitik weiter gestärkt, betont Melcher. Das mit der neuen Richtlinie den Gästen gegenüber gegebene "Qualitätsversprechen" wird streng kontrolliert. Von den Bundesländern eingerichtete Kontrollkommissionen setzen die vorgegebenen Kriterien in den Ein- bis Vier-Sterne-Betrieben durch, während die Fünf-Sterne-Häuser von einer bundesweit agierenden Kommission des Fachverbandes überprüft werden. Darüber hinaus werden die Betriebe angehalten, im Wege einer jährlich durchzuführenden Selbstkontrolle ihre Qualität selber mit Hilfe einer Check-Liste zu überprüfen. Neu eingeführt wurde auch eine Liste von Referenz-Betrieben.

Wichtigstes "Eintrittskriterium" in die Hotelklassifizierung ist die Sauberkeit. Ein weiteres Topkriterium ist die Servicequalität. Verschärft gegenüber bisher wurden die Vorschriften für das Frühstück: Ab der Drei-Sterne-Kategorie ist ein Buffet vorgeschrieben. Ebenfalls neu ist, dass ab dieser Kategorie jedes Zimmer über einen Satelliten- und Kabel-TV-Anschluss verfügen muss.

Entsprechend der verstärkten Gästeorientierung muss in allen Kategorien an der Rezeption immer ein deutschsprachiger Mitarbeiter anzutreffen sein. Eine wichtige Rolle spielt auch die Qualität der Gästebetten. Die Mindestmaße betragen 90 mal 200 cm (in Altbauten 90 mal 190 cm). "Mit schmalen 80 cm-Betten ist damit endgültig Schluss", stellt dazu Fachverbandsgeschäftsführer Gregor Herzog fest.

In der Ferienhotellerie wird das Verhältnis zwischen Gästezimmern und Tischen wesentlich liberaler als bisher gehandhabt, in der Stadthotellerie überhaupt gestrichen. Weggelassen wurden u.a. die bisherigen Vorschriften über Lieferantenzugänge, Parkplätze, Mindestflächen in der Ein- und Zweisternkategorie oder Mitarbeiterzahlen, wodurch sich die Gastgeber flexibel auf die Gästewünsche einstellen können.

Die der neuen Hotelklassifizierung zugrundeliegende Marktforschung wurde mit Hilfe der Österreichischen Gesellschaft für angewandte Fremdenverkehrswissenschaft (ÖGAF) durchgeführt. "Die Marktforschung ist ein wesentliches Element moderner Marken-Politik. Die Marke ´Stern´ und die Wichtigkeit der einzelnen Hoteleigenschaften in den Augen der Gäste wurden in unserer Gästebefragung genau abgetestet", erklärte ÖGAF-Generalsekretärin Sara Dolnicar.

Per 31.12.2000 waren in Österreich 19.271 Beherbergungsbetriebe registriert (darin sind etwa 5.000 "ruhende" Betriebe enthalten). Davon entfallen 65 Betriebe auf die 5-Sterne-Kategorie, 1.525 haben vier Sterne, 3.984 haben drei, 3.241 zwei und 471 einen Stern. Nicht kategorisiert sind 9.985 Betriebe. Gegenüber dem Jahr zuvor ist die Zahl der Fünf-Sterne-Häuser mit 65 gleichgeblieben, während jene der Vier-Sterne-Hotels um 5,5 Prozent (von 1.446 auf 1.525) zugenommen hat. Bei den übrigen Kategorie gab es durchwegs Rückgänge (Drei-Sterne: minus 9 Prozent, Zwei-Sterne: minus 17,4 Prozent und Ein-Stern: minus 13 Prozent). Leicht zugenommen (plus 4,3 Prozent) hat die zahl der Betriebe ohne Kategorisierung. (hp)

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