RFW: Verlängerung der Rahmenöffnungszeiten gefährdet mittelständischen Einzelhandel und Nahversorgung

Meistertitel muß als Qualitätszeugnis und Zugang zur Fachhochschule erhalten bleiben - Internationale Produzenten schätzen duales Ausbildungssystem

Wien, 04-11-2001 (OTS) Der Ring Freiheitlicher Wirtschaftstreibender bekenne sich zur im Koalitionsabkommen vereinbarten Verlängerung der Öffnungszeiten von 66 auf 72 Stunden, allerdings in einem vorgegebenen Rahmen von Montag bis Freitag zwischen 5.00 bis 19.30 sowie an Samstagen bis 17.00 Uhr, betonte heute RFW Bundesobmann NAbg. Max Hofmann. Eine Sonntagsöffnung mit Ausnahme der länderspezifischen Tourismusregelung stehe nicht zur Diskussion.****

Durch eine Verlängerung der Rahmenöffnungszeiten in die Nachstunden sieht Hofmann den mittelständischen Einzelhandel gefährdet. Darüber hinaus bestehe auch nach jüngsten Umfragen seitens der Konsumenten kein Bedarf, an Samstagen nach 17 Uhr bzw. an Wochentagen nach 19.30 Uhr einzukaufen.

Einzige Gewinner einer derartigen Liberalisierung seien die Einkaufszentren auf der grünen Wiese, deren Flächenexpansion noch weiter vorangetrieben werde. Dadurch werde der heimische Steuerzahler und damit auch alle Klein- und Mittelbetriebe mit den Kosten für neue Verkehrsinfrastruktur und Aufschließung belastet, während die Geschäfte in Orts- und Stadtzentren mit Auflagen beschränkt sowie durch schlechte Verkehrsaufschließung benachteiligt seien. In diesem Zusammenhang würde auch die Nahversorgerproblematik weiter verschärft.

Hofmann befürchtet auch eine weitere Verödung der Stadt- und Ortszentren sowie schwerwiegende gesellschafts-, familien- und arbeitsmarktpolitische Auswirkungen. Die Formel "1 Arbeitsplatz auf der grünen Wiese vernichtet mehr als 3 im mittelständischen Handel" dürfe nicht aus den Augen verloren werden.

Zur Diskussion um den Meistertitel betonte Hofmann, daß es zwar in einzelnen Bereichen zu einer Neuregelung des Gewerbezugangs kommen müsse, um künftig eine Benachteiligung der Inländer zu verhindern. Der Stellenwert der Meisterprüfung als wichtiges Qualifikationsmerkmal des heimischen Gewerbes müsse jedoch erhalten bleiben.

"Das österreichische duale Ausbildungssystem mit Lehrling - Geselle - Meister hat sich bestens bewähr. Wie man sieht, wählen auch große Betriebe wie BMW Österreich als Standort, weil wir über die besten Facharbeiter verfügen", so Hofmann. Daher sei die Meisterprüfung kein Zugangshemmnis, sondern müsse als Qualitätszeugnis und Zugang zur Fachhochschule erhalten bleiben. Die Abschaffung sei demnach kein Thema.

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