"Kleine Zeitung" Kommentar: "Kurswechsel" (von Rainer Strunz)

Ausgabe vom 5.12.2001

Graz (OTS) - Lange Zeit schlichen Ökonomen und Politiker um das böse R-Wort herum: Die Konjuktur hatte eine Delle, einen Abschwung, ein vorübergehendes Tief, mehr nicht. Man dürfe die Wirtschaft nicht krank jammern, hieß es, und natürlich nicht das Nulldefizit gefährden.

Ende November traute sich der Wirtschaftsforscher Helmut Kramer dann, den Tatsachen ins Auge zu schauen. Und das bis dahin Unaussprechliche auszusprechen. Die Rezession ist da, sprach er das lang verpönte Wort erstmals aus und damit müssten wir zumindest bis zum nächsten Frühjahr leben.

Damit war der Bann gebrochen. Seit dieser Zeit feilt auch die Regierung an einem Programm, das die Wirtschaft beleben könnte.

Spät genug, wie die jüngsten Arbeitslosenzahlen belegen. Im November sind die Dämme gebrochen, die Zahl der Jobsuchenden stieg gleich um 32.000 - ein Kurswechsel ist überfällig.

Vor den letzten Wirtschaftsprognosen und Arbeitslosenraten kann man die Augen nicht mehr verschließen, ein aktiver Staat ist gefordert. Der mit dem "Hammer" Nulldefizit nicht jede steuerliche Erleichterung erschlägt, die die Wirtschaft am Weg nach oben demnächst brauchen wird.****

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