Ärztekammer fordert Geld für Unis

Pjeta: Ausbildungsqualität oberstes Ziel - Qualität ist nicht teibar - Begrenzte Mittel bedeuten weniger Studienplätze

Wien (OTS) - Die Qualität des Studiums müsse bei allen Überlegungen zur Universitätsreform absolute Priorität genießen. Dies stellte die Österreichische Ärztekammer (ÖÄK) zum jüngst deponierten Vorschlag der Universitätsrektoren, die Studentenzahlen zu begrenzen, fest. "Die Qualität des Studiums - insbesondere des Medizinstudiums -ist von vorrangigem Interesse für die österreichische Bevölkerung. Wenn der Staat nicht die entsprechenden Mittel für eine hohe Anzahl von Medizinstudenten zur Verfügung stelle, könnten eben nicht alle einen Studienplatz bekommen, denn Qualität sei nicht teilbar, meinte ÖÄK-Präsident Dr. Otto Pjeta Dienstag in einer Aussendung.

Die Universitäten hätten den gesellschaftlichen Auftrag, junge Menschen auf bestmöglichem Niveau auszubilden. Daher obliege es dem Staat, so Pjeta, zu bestimmen, wieviele Mittel er aufgrund eines bildungs- und gesundheitspolitischen Ziels zur Verfügung stelle. Die Situation sei jedoch widersprüchlich. Es sei unmöglich, einen unselektierten Zugang zu den Universitäten aufrecht zu erhalten und gleichzeitig auf der Kostenseite massive Eingriffe vorzunehmen. Der Umkehrschluss des ÖÄK-Präsidenten: Begrenzte Mittel bedeuteten daher auch weniger Studienplätze. Unter stark einschränkenden finanziellen Bedingungen könne man nur auf diese Weise den Einsatz der personellen, räumlichen und sachlichen Ausbildungskapazitäten und damit die Ausbildungsqualität optimieren, meinte Pjeta.

Der Vorsitzende der Ausbildungskommission der ÖÄK und Vizepräsident der niederösterreichischen Ärztekammer, Dr. Harald Schlögel, wies darauf hin, dass der undifferenzierte Zugang zum Medizinstudium von gestern direkt in die Arbeitslosigkeit junger Ärzte von heute führe. "Man muss doch den jungen Leuten eine berufliche Perspektive geben und der Gesellschaft die Gewissheit, dass Österreichs Ärzte ihr Medizinstudium auf international hohem Standard absolviert haben", meinte Schlögel. Gelinge es, nach dem künftigen Ärztebedarf bereits am Anfang des Medizinstudiums die bestgeeigneten Kandidaten und Kandidatinnen herauszufiltern, so würde dies die Ausbildungssituation an den medizinischen Fakultäten dramatisch verbessern. Schlögel: "Wir müssen die Ziele einer Reform des Medizinstudiums konsequent anstreben. Durch entscheidende Qualitätsverbesserungen, die man mittels verstärktem Praxisbezug und individueller Betreuung der Studenten erreichen kann." Gerade jetzt liege es daher an der Wissenschaftspolitik, durch eine entsprechende finanzielle Ausstattung der hohen medizinischen Schulen und strukturelle Maßnahmen für die internationale Konkurrenzfähigkeit zu sorgen, sagte Schlögel abschließend. (Schluss)

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