Bosnien-Herzegowina als attraktiver Absatzmarkt und Investitionsstandort

Österreichs Investitionen erreichen 2001 bereits 1,4 Mrd Schilling

Wien (PWK879) - "Bosnien-Herzegowina entwickelt sich zu einem
immer attraktiveren Absatzmarkt und Investitionsstandort. Nach der Übernahme der Regierungsverantwortung durch reformorientierte, nichtnationalistische Regierungen auf Gesamtstaatsebene gewinnen die Kräfte des Wechsels und der Reformen die Oberhand und der Reformprozess ist in der Zwischenzeit als unumkehrbar zu betrachten", berichtet der österreichische Handelsdelegierte Michael Scherz anlässlich des Besuches von Premier- und Außenminister Zlatko Lagumdzija in Wien. "Österreichische Investitionen werden bis Jahresende bereits 1,4 Mrd Schilling betragen, ein klares Bekenntnis der österreichischen Wirtschaft zur Föderation nach dem offiziellen Besuch von Wirtschaftskammerpräsident Christoph Leitl im April dieses Jahres", so Scherz.

An vorderster Front steht der österreichische Bankensektor, vertreten durch drei Banken, deren Filialnetz sich bereits über die ganze Föderation Bosnien-Herzegowina erstreckt. Eine zügige Expansion und eine Ausweitung des Dienstleistungsangebots auf Leasing wird von allen Banken angestrebt. Eine vierte österreichische Bank befindet sich derzeit mit einer Niederlassung in der Gründung. Seit der Abschaffung der zentralen Zahlungsbüros am 5.1.2001 und dank einer konsequenten Währungspolitik der unabhängigen bosnischen Zentralbank, die sich in einer geringen Inflation (1%) und einer stabilen Landeswährung, der Konvertibilna Marka (1:1 an die DM gebunden) niederschlägt, verfügt Bosnien-Herzegowina heute wohl über den fortgeschrittensten Finanzsektor in allen Nachfolgestaaten Ex-Jugoslawiens. Ebenso engagiert zeigt sich die österreichische Versicherungswirtschaft mit der Übernahme einer bosnischen Versicherung und der Gründung von zwei Niederlassungen auf dem bosnischen Markt.

Besonders erfreulich ist die wachsende Investitionstätigkeit auf dem produzierenden Sektor im Bereich der Säge- und Zementindustrie. Im Herbst dieses Jahres nahm Neckermann BiH als Tochter der Neckermann Österreich AG ihre Tätigkeit im Versandhandel auf. Im Oktober eröffnete SCO Studen - einer der größten Exporteure von Zucker und Speiseöl nach Bosnien-Herzegowina - sein neues Geschäftszentrum in Gradacac (Kanton Tuzla). Seit Jahresmitte gibt es die ersten Palmers-Geschäfte in Sarajevo und Banja Luka, sowie eine elegante Wolford Boutique in der Fußgängerzone von Sarajevo. Rund 70 österreichische Unternehmen unterhalten bereits Vertriebsniederlassungen in Bosnien-Herzegowina.

Für den Investitionsstandort Bosnien-Herzegowina sprechen seine Sprungbrettfunktion zur Bearbeitung der Nachbarmärkte Kroatien, Jugoslawien und Südosteuropa. Bosnien-Herzegowina hat ein Freihandelsabkommen mit Kroatien abgeschlossen, ein ähnliches mit Slowenien tritt am 1.1.2002 in Kraft und der Abschluss eines solchen wird mit der BR Jugoslawien für Mitte 2002 angestrebt. In allen Fällen ist die sofortige Zollfreiheit von Waren mit bosnisch -herzegowinischem Ursprung und ein stufenweiser Abbau über mehrere Jahre in der anderen Relation vorgesehen. Das Land verfügt - vor allem im Bereich der Technik - über gut ausgebildete, hochmotivierte und meist mehrsprachige Fachkräfte.

Gerade für österreichische Unternehmen sind Sektoren wie die holzverarbeitende Industrie und Sägewerke, Bau- und Baustoffindustrie, Nahrungsmittel- und Getränkeerzeugung, biologische Landwirtschaft, Infrastruktur, wie Straßen- und Eisenbahnbau, Wohnungsbau, Wasser- und Abwasserversorgung, Müllbeseitigung, Umweltschutz, Wasserkraftwerke, gerade auch Kleinkraftwerke, Maschinen-, Metall- und Stahlbau, Versicherungen, Telekommunikation, Raffinerien interessant.

"Zwar gibt es noch eine Reihe von Problemen, die für Transitionsländer typisch sind wie Mängel bei der Rechtssicherheit, Bürokratie und Korruption. Allerdings ist Bosnien-Herzegowina auf dem richtigen Weg und eine frühzeitige Positionierung auf dem bosnischen Markt ist für den langfristigen Erfolg ganz entscheidend", macht Michael Scherz auf die rechtzeitige Präsenz aufmerksam. Die Außenhandelsstelle Sarajevo veranstaltet im April 2002 eine Wirtschaftsmission nach Sarajevo, Vitez und Mostar, sowie im Juni eine Gruppenausstellung bei der internationalen Bau- und Wiederaufbaumesse in Sarajevo und im Herbst eine Wirtschaftsmission nach Banja Luka und Bihac. Ebenso wird ein umfassendes Informations-und Leistungspaket zu den Themenkreisen Privatisierung und Direktinvestitionen angeboten.

Bosniens Premierminister Zlatko Lagumdzija wird in Wien Wirtschaftskammerpräsident Christoph Leitl treffen und als Höhepunkt in der Wirtschaftskammer im Club Internationale Wirtschaft einen Lagebericht über sein Land liefern und zum Thema "Warum jetzt investieren in Bosnien-Herzegowina" referieren. (pt)

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