FP-PRINZ: RIGOROSE MASSNAHMEN GEGEN SCHATTENWIRTSCHAFT IM WIENER WIRTSCHAFTSPARLAMENT GEFORDERT

Pfusch und Phantomwirtschaft bedrängen Baugewerbe

Wien, 04.12.01 (fpd) - Nachhaltige und rigorose Maßnahmen gegen die blühende Schattenwirtschaft forderte Stadtrat a.D. Walter Prinz bei der gestrigen Vollversammlung des Wiener Wirtschaftsparlamentes. Während täglich drei Baufirmen Konkurs anmelden, werde dem Treiben von Pfuschern und Scheinfirmen tatenlos zugesehen.****

Betrogene Kunden, Abgabenschwindel und Dumpingpreise - das sind die bleibenden Spuren, die Phantomfirmen im Wiener Baugewerbe hinterlassen. Sie kommen und gehen von einem Tag auf den anderen, beschäftigen großteils Schwarzarbeiter, konkurrenzieren seriöse Unternehmen mit ruinösen Unterangeboten, bezahlen keine Steuern und hinterlassen überbezahlten, halbfertigen Pfusch.

BEHÖRDEN DULDEN BALKANESISCHE ZUSTÄNDE

Die Behörden schauen weg, resignieren oder haben einfach zu wenig Personal, um dieser balkanesischen Zustände Herr zu werden. Dazu komme noch, dass einheimische Baumeister diesen Delikten als gewerberechtliche pro forma-Gesellschafter Vorschub leisten. "Viele Milliarden Schilling an hinterzogenen Steuergeldern, mangelhafte Bauleistungen und eine Bauwirtschaft, der jeder verlorene Auftrag wehtut, haben das Faß zum Überlaufen gebracht", erklärte Prinz.

KONSEQUENTES EINSCHREITEN DES ARBEITSINSPEKTORATS GEFORDERT

Es sei Zeit, dass gegen das Pfuscherunwesen und Phantomfirmen endlich effizient und hart vorgegangen wird. Eine Schlüsselrolle komme dabei dem Arbeitsinspektorat zu, das auf Grund seiner Kompetenzen wirkungsvolle Maßnahmen setzen könnte. Die rechtlichen Möglichkeiten reichen dabei von der Überprüfung der Arbeitsberechtigung, der Baustellensicherheit und fachgerechten Abwicklung bis hin zur Baustellenschließung oder -räumung samt Verhängung von Bußen für Auftraggeber und -nehmer. "Vor allem der Auftraggeberseite muß stärker als bisher klar gemacht werden, welche Rechtsfolgen die Beschäftigung von Pfuschern und Phantomfirmen haben kann, von den finanziellen Nachteilen durch mangelhafte Gewährleistung und minderwertiger Qualität ganz zu schweigen", betonte Prinz.

KAMMER UND BEHÖRDEN AUS DORNRÖSCHENSCHLAF ERWECKEN

Dazu brauche die Wiener Bauwirtschaft die Unterstützung der Kammern und Behörden, die ihren Dornröschenschlaf endlich aufgeben müssen. Dabei komme dem Wirtschaftsminister als zuständigen Ressortchef des Arbeitsinspektorates eine wesentliche Rolle zu. Er hat dafür Sorge zu tragen, akute Personalknappheiten zu beseitigen. "Es muß endlich allen klar werden, dass Pfusch kein Kavaliersdelikt ist, sondern ein Vergehen gegen die Volkswirtschaft darstellt, das nicht länger geduldet werden darf", schloß Prinz. (Schluß)am

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