Grünewald: Gehrer bei Medizinergehältern offenbar falsch informiert

Protest der ÄrtztInnen legitim

OTS (Wien) - "Ministerin Gehrer geht bei der Berechnung der Gehälter von MedizinerInnen an Universitätskliniken von falschen Voraussetzungen aus", kritisiert der Wissenschaftssprecher der Grünen, Kurt Grünewald, das Ergebnis eines Papiers aus dem Ministerium. Zum einen gebe es nicht in allen Fachbereichen der Medizin auch tatsächlich Nacht- und Wochenenddienste, mit denen sich JungärztInnen ihr Grundgehalt von 14.000 Schilling aufbessern könnten. Grünewald: "Hier entstehen zwangsläufig unterschiedliche Klassen von MedizinerInnen, die durch nichts zu rechtfertigen sind."

Zweitens zeuge der Vergleich mit den KollegInnen an Landeskrankenhäusern von Falschinformationen. Jene hätten nämlich keinen Druck sich innerhalb von sechs Jahren wissenschaftliche Reputation anzueignen, um die Voraussetzung für ihren Verbleib an der Universität nach Neuem Dienstrecht zu erfüllen. "Ministerin Gehrer glaubt offenbar, dass JungärztInnen während ihrer Facharztausbildung neben der zeitintensiven PatientInnenbetreuung die Hälfte ihrer Arbeitszeit auch noch für wissenschaftliche Forschung zur Verfügung hätten. Das ist illusorisch und macht Protestmaßnahmen legitim", so Grünewald.

Die Bundesregierung müsse zudem endlich die Karten auf den Tisch legen, was die Zukunft den Medizinischen Fakultäten bringen wird. Die im Regierungsübereinkommen angeführte Diskussion über die Zukunft Medizinischer Fakultäten und die angeführte Möglichkeit ihrer Loslösung von der 'Gesamtuniversität' soll wohl nun über die Hintertür und durch Druck erreicht werden. Nur so ist es zu verstehen, dass man den spezifischen Erfordernissen der Universitätskliniken im ministeriellem Entwurf keinerlei Raum gegeben hat und hier weder Zeit noch Mühe investierte, zumindest das Positive am Ist-Zustand zu erhalten, so Grünewald

"Wenn nun gegen ursprüngliche Beschlüsse mehrerer Fakultäten die Notbremse nur so gezogen werden kann, indem man dem Entwurf für die Ausgliederung der Universitäten durch eigene Medizin-Unis zu entkommen versucht, spricht dies Bände", schließt Grünewald.

Rückfragen & Kontakt:

Tel.: (01) 40110-6697
http://www.gruene.at
eMail: pressebuero@gruene.at

Pressebüro der Grünen im Parlament

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | FMB/FMB