Wirtschaftsförderung neu: schnell, effizient, unbürokratisch

Neue Richtlinien am Freitag im Finanzausschuss

Wien, (OTS) "Durch die "Wiener Wirtschaftsförderung neu" kommt es zu einer massiven Entbürokratisierung und Beschleunigung für Förderungsnehmer sowie zu einer vertieften und effizienteren Zusammenarbeit zwischen diversen Förderungsgebern auf Bundes- und Landesebene" erklärten am Dienstag Wiens Finanz- und Wirtschaftsstadtrat Dr. Sepp Rieder, der Präsident der Wirtschaftskammer Wien, Senator KR Walter Nettig, sowie der Vorsitzende des Finanzausschusses und Vizepräsident der Wirtschaftskammer Wien, KR Fritz Strobl im Bürgermeister-Mediengespräch. Anlass war die geplante Beschlussfassung über die neue Wiener Wirtschaftsförderung am Freitag, dem 7. Dezember, im Finanz- und Wirtschaftsausschuss sowie die Präsentation des Impulszentrums IP.ONE im 10. Bezirk, das aus Mitteln des WWFF gefördert wird.

Rieder: "Instrumente der Wirtschaftsförderung dürfen nicht statisch bleiben, sondern müssen Änderungen in den wirtschaftlichen Gegebenheiten berücksichtigen. Ziel bei der Weiterentwicklung unserer Wirtschaftsförderung war daher, an die traditionellen Stärken des Wirtschaftsstandortes Wien anzuknüpfen, gleichzeitig aber Wiens Position als High Tech-Zentrum zu stärken und auszubauen."

"Die neugestaltete Wiener Wirtschaftsförderung präsentiert sich auch aus unserer Sicht als ein speziell für die Bedürfnisse von Wiener Klein- und Mittelbetrieben maßgeschneidertes Unterstützungspaket," betonte Präsident Walter Nettig.

Strobl: "Die Wirtschaft der Stadt lebt von ihrer Vielfalt. Die neue Wiener Wirtschaftsförderung berücksichtigt gleichermaßen alle Wirtschaftsbereiche, wodurch ein guter Ausgleich zwischen den gut funktionierenden bestehenden Strukturen und den sich neu entwickelnden Schwerpunkten im Technologiebereich erreicht werden kann."****

Im Rahmen des Mediengespräches wurde auch das Impulszentrum IP.ONE in der Fernkorngasse 10 im 10. Bezirk präsentiert. Dieser Gewerbehof "neuen Stils" ist ein Gemeinschaftsprojekt mit der privaten PRISMA - Zentrum für Standort- und Stadtentwicklung GmbH und der "ERSTEN Immobilien AG", gefördert mit 65.406 EURO (900.000 ATS) durch den WWFF. In dem rund 6.800 Quadratmeter großen Gebäude stehen hochwertige Büro-, Produktions- und Lagerflächen sowie gemeinschaftlich nutzbare Räumlichkeiten zur Verfügung, 90 Prozent der Flächen sind bereits vermietet. Für die Betreiber waren der Geschäftsführer von Prisma, D.I. Alois Aigner, sowie das Vorstandsmitglied der "DIE ERSTE IMMOBILIEN AG", Mag. Dr. Othmar Haushofer, anwesend.

666 Millionen Schilling für die Wiener Wirtschaft

Im Jahr 2002 werden 48,4 Mio. EURO (666,2 Mio. ATS) und damit um neun Prozent mehr an Mitteln für die Wirtschaftsförderung im Wiener Wirtschaftsförderungsfonds zur Verfügung gestellt.

Die Summe von 48,4 Mio. EURO gliedert sich in folgende Bereiche:

1. Unternehmensgründungen, Modernisierung und Stadtstruktur:

23,2 Mio. EURO

Davon:
o Fortführung best. Förderprogramme inkl. "Nahversorgungsförderung

neu", Wr. Strukturverbesserungsaktion und Garagenförderung:
21 Mio. EURO
o Neue Jungunternehmerförderung in Kooperation mit BÜRGES:

516.290 EURO
o "Plus-Prämie" für Modernisierung in Kooperation mit BÜRGES:

450.000 EURO
o Export- und Internationalisierungsförderung:

1,2 Mio. EURO

2. Innovation, Technologie & Umwelt, wiennovation:

Inkl. Bestehender Förderungsprogramme, betriebliche Forschung & Entwicklung, Technologiekooperation, LISA, Initiative
"Start up": 25,2 Mio. EURO

SUMME: 48,4 Mio. EURO (666,2 Mio. ATS)

Innovations- und Technologieförderung: wiennovation

"Betriebliche Forschung", "Cluster" und "High Tech Start ups" stehen laut Vizebürgermeister Rieder im Zentrum von wiennovation, der neuen Innovations- und Technologieförderung der Stadt Wien, für die 25,2 Mio EURO (346,7 Mio. ATS) zur Verfügung stehen.

Künftig werden im Bereich der betrieblichen Forschung- und Entwicklung (F & E) traditionelle Förderungen durch zeitlich beschränkte Ausschreibungen, so genannter "Calls", ersetzt. Im Rahmen dieser Calls sollen die besten F & E-Projekte ausgewählt und möglichst gemeinsam mit anderen Förderungsstellen unterstützt werden. Im Jahr 2002 sind zwei Calls geplant, einmal im Bereich "Biotechnologie - Life Sciences", ein weiterer im Bereich "automotive" oder "creative industries". Pro Projekt beträgt die max. Förderhöhe 1 Mio.
EURO.

Neu ist auch das wiennovation-Förderprogramm für Technologieunternehmen zwischen kleinen und mittleren Unternehmen und Forschungs- und Bildungseinrichtungen. Personalkosten werden hier bis max. 50.000 EURO (688.000 ATS), "wesentliche strukturverändernde Maßnahmen" mit bis zu 100.000 EURO (1,376 Mio. ATS) gefördert.

wiennovation - LISA: Schwerpunkt Biotechnologie in der Vienna Region

Wien und die Vienna Region ist das Biotechnologiezentrum Österreichs. Unter dem Titel "Lisa - Life Sciences Austria - Vienna Region" soll diese Position weiter ausgebaut werden. Getragen wird die Initiative von der ZIT - Zentrum für Innovation und Technologie GmbH (100%-Tochter des WWFF) und der Innovationsagentur des Bundes. Zentrale Inhalte sind die Akquisition und Betreuung von innovativen angewandten Forschungsprojekten, die Hilfestellung bei der Überleitung von Projekten in eine Firmengründung, Beratung bei Patentierung und Lizenzierung, die Suche nach Kooperationspartnern sowie die Hilfe bei Verwaltungsabläufen. Vizebürgermeister Rieder:
"ZIT und Innovationsagentur werden hier eine schlagfertige Truppe zur unbürokratischen und direkten Unterstützung junger Forscher und Unternehmen sein. Denn gerade Wien und die Vienna Region bildet durch die Anwesenheit großer Biotech-Unternehmen auch universitären Forschern und start up-Unternehmen ein ausgezeichnetes Umfeld für eine Weiterentwicklung. Und dieses Klima muss gefördert werden."

wiennovation - Initiative Start Up

Ebenfalls zu einer Kooperation mit einem anderen Förderungsgeber kommt es bei der Initiative start up zur Förderung junger Unternehmen. Der Forschungsförderungsfonds der Gewerblichen Wirtschaft (FFF) gewährt im Rahmen von start up jungen Unternehmen eine Forschungsförderung in Form von Darlehen und Zuschüssen bis zu 50 Prozent der Projektkosten. Bei Vorliegen gewisser Qualitätsmerkmale können Projekte darüber hinaus nochmals durch die Stadt Wien mit 15 Prozent des Barwerts der FFF-Förderung, d.h. bis zu 35.000 EURO (481.610 ATS) unterstützt werden.

Jungunternehmerförderung: One Stop-Prinzip verwirklicht

Die neue Wiener Jungunternehmerförderung ist von einer radikalen Entbürokratisierung gekennzeichnet. Durch die Kooperation mit der BÜRGES, die für den Bund die Jungunternehmerförderung abwickelt, kann künftig mit EINEM Antrag die Bundes- und Landesförderung beantragt werden. Die Zusammenarbeit mit BÜRGES beschert Jungunternehmern in Zukunft ein Prämie von bis zu 10 Prozent von einer max. Investitionssumme von 210.000 EURO (2,8 Mio. ATS). Sieben Prozent stammen dabei von der Bürges, drei Prozent vom WWFF.

Darüber hinaus steht die Wirtschaftskammer Wien Jungunternehmern mit einer Reihe von weiteren Leistungen zur Verfügung: "Neben finanzieller Unterstützung bieten wir mit dem Unternehmens-Check und Business-Plan, die von den Experten des Unternehmerservice des WIFI Wien erstellt werden, praxisorientierte Hilfestellung beim Sprung in die Selbstständigkeit."

Dass sich der vielfältige Einsatz der Wirtschaftskammer Wien im Bereich der Jungunternehmerförderung auszahlt, zeige sich, so Nettig, in den letzten Gründungszahlen sehr deutlich. "Nach dem Gründerrekord 2000 mit exakt 6.005 Unternehmensneugründungen weist der Trend 2001 neuerlich nach oben. Im ersten Halbjahr 2001 wagten 3.534 Jungunternehmer den Sprung in die Selbstständigkeit. Legt man das auf das Gesamtjahr um, ist ein neuer Gründerrekord sehr wahrscheinlich", freute sich Nettig.

Innovationsprogramm für Klein- und Mittelbetriebe

Ebenfalls in Kooperation mit der BÜRGES Förderungsbank wird das neue Wiener KMU-Innovationsprogramm abgewickelt. Dieses Programm, für das 450.000 EURO (mehr als 6 Millionen ATS) zur Verfügung stehen, umfasst Produkt- und Dienstleistungsinnovationen, die Anwendung neuer Technologien vor allem bei den Informations- und Kommunikationstechnologien sowie den Aufbau von Kooperationen und Clustern. "Durch den Einstieg der Stadt Wien wird hier die Basisprämie des Bundes von 5 % um eine Plusprämie von maximal 10 % aufgestockt", betonte Nettig.

4,38 MIO. EURO für Wiener Strukturverbesserungsaktion

Bis max. 750.000 EURO pro Betriebsstandort stehen künftig im Rahmen der "Wiener Strukturverbesserungsaktion" zur Verfügung. Hier werden die Förderungsanträge nach einem strengen und standardisierten Bewertungssystem beurteilt. Vizebürgermeister Rieder: "Neben Parametern wie ´Standort´, "kommunales Interesse" und ´Technologiestandard" geht es hier vor allem auch um Beschäftigungsaspekte inkl. Lehrlingsausbildung und benachteiligte Arbeitnehmer und Öko-Aspekte, die für die Vergabe der Förderung von Bedeutung sind." Insgesamt stünden für die Wiener Strukturverbesserungsaktion 4,38 Mio. EURO (60,3 Mio. ATS) zur Verfügung.

Nahversorgung: Förderungen bis zu 27 Prozent

Zu einer massiven Entbürokratisierung und Vereinfachung kommt es auch bei der neuen Wiener Nahversorgungsförderung, für die 2002 1,5 Mio. EURO (20 Mio. ATS) zur Verfügung stehen. Strobl: "Erstmals besteht bei Investsummen zwischen 7.500 EURO und 20.000 EURO die Möglichkeit, eine Pauschalförderung von 2000 EURO, d.s. 27 Prozent der Investsumme, zu gewähren. Das bedeutet vor allem für kleine Unternehmen massive Erleichterungen und weniger Bürokratie." Bei darüber hinaus gehenden Investitionen betrage die Maximalförderung innerhalb von drei Jahren 10.000 EURO (137.603 ATS).

Erstmals werden strukturelle Effekte wie Unternehmenskooperationen, Besiedlung leer stehender Lokale, die Schaffung von Arbeitsplätzen etc. bei der Bewertung der Anträge berücksichtigt und führen im Rahmen eines "Bonus-Systems" zu einer Erhöhung der Förderung um 5 bzw. 10 Prozent-Punkte.

Export- und Wirtschaftsoffensive

"Ein komplett neues Angebot für kleine Unternehmen wird die neue Export- und Internationalisierungsinitiative darstellen", erklärte Nettig. Die für 2002 mit einem Betrag von 1,2 Mio. EURO (17 Mio. ATS) dotierte Förderung wird den Unternehmen den Weg auf neue Märkte sowie zu internationalen Partnern künftig mit Unterstützungen erleichtern.

Nettig: "Viele Wiener Klein- und Mittelbetriebe sind bereits sehr erfolgreich auf den Weltmärkten unterwegs, das Potenzial ist aber bei weitem noch nicht ausgeschöpft. Für Firmen, die bisher also noch nicht im Exportgeschäft tätig waren, gibt es nun Beratungen, in denen gemeinsam mit dem Unternehmen eine Exportstrategie erarbeitet wird. Doch wir helfen den Unternehmern nicht nur mit Beratung. In der Folge sind auch Förderungen unter anderem für die Erstellung von fremdsprachigen Exportpublikationen, für Messebeteiligungen, Übersetzungskosten sowie für Internetauftritte vorgesehen", betonte Nettig.
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