Verzetnitsch: "Hauptverband ist kein Platz für Klientelpolitik"

ÖGB fordert Garantie, dass Gesamtheit der Versicherten und nicht Einzel- oder Parteiinteressen im Mittelpunkt stehen

Wien (ÖGB).: Als "befremdlich" bezeichnet ÖGB-Präsident Fritz Verzetnitsch die Werbetrommel, wonach in den kommenden Tagen ein Experte der Bauernkrankenkasse zum Sprecher der neuen Geschäftsführung des Hauptverbandes ernannt werden soll. "Der Hauptverband ist kein Platz für Klientel- und Parteipolitik", erklärt der ÖGB-Präsident. Er fordert eine Garantie, dass die Interessen aller Versicherten im Mittelpunkt stehen und sich nicht die Interessen einzelner Gruppen oder Wirtschaftsbereiche durchsetzen. ++++

Wichtigste Aufgabe der Geschäftsführung des Hauptverbandes der Sozialversicherungen ist das Management, die Koordination und der Ausgleich unter den Sozialversicherungsträgern. Im Mittelpunkt muss dabei das Beste für die Versicherten stehen und nicht die Vorteile einzelner Gruppierungen. Der Hauptverband trägt die Verantwortung für die soziale Sicherheit von mehr als drei Millionen ArbeitnehmerInnen und deren Angehörige. Er hat ein breites Leistungsspektrum für alle Versicherten sicher zu stellen.

Auf der neuen Geschäftsführung lastet ein großer Teil der Verantwortung für die Zukunft der Selbstverwaltung und somit für die Zukunft des international anerkannten Gesundheits- und Pensionssystems. Daher fordert der ÖGB, dass die Mitglieder der neuen Geschäftsführung vor allem vier Kriterien erfüllen:

  • Erfahrung im Umgang mit den Organen der Selbstverwaltung
  • Experte im Sozialversicherungsrecht und umfassendes Wissen über die Bedürfnisse der Versicherten
  • große Management-, Mitarbeiterführungs- und Verhandlungserfahrungen
  • keine wie immer geartete wirtschaftliche Verbundenheit zu einem bestimmten Träger, einem Unternehmen der Pharmaindustrie oder anderer medizinischer Zulieferer.

"Ich bin überzeugt, davon, dass sich aus dem Kreis der ASVG-Versicherten geeignete Kandidaten für die Funktion des Sprechers finden lassen", erklärt Verzetnitsch. "Ich zähle auf ein objektives Auswahlverfahren und nicht parteipolitisch motivierte Entscheidungen." (kr)

ÖGB, 4. Dezember 2001
Nr. 1043

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