"KREUZSCHMERZ ADE !"

Wien (OTS) - Mit neuen wissenschaftlichen Messmethoden könnte volkswirtschaftlicher Schaden in Milliardenhöhe reduziert, oder ganz vermieden werden.

Die ORF Sendung MODERN TIMES beschäftigt sich mit dieser brisanten Thematik am 7.12.2001 um 22 35 Uhr in ORF 2.

Hier ein Auszug daraus und aus dem Interview mit Ing. MMag. Dr. Anton SABO, wissenschaftlicher Leiter dieses Projektes an der Fachhochschule TECHNIKUM WIEN.

Dr.A.Sabo :

"Beim Heben, Sitzen Stehen etc., bei allen Positionen und Tätigkeiten im Alltag kann man die mechanischen Belastungen des Bewegungs-systems nicht wegdiskutieren.

Die Gewichtskraft aufgrund der Erdbeschleunigung wirkt immer, die Physik ist unbarmherzig.

Als Beispiele sind zwei Alltagsbelastungen wie Bürotätigkeit und "Häuslbaun" zu nennen, die zwar unterschiedliche Tätigkeiten sind, aber durchaus beide Belastungen den "chronischen Kreuzschmerz" liefern.

Weiters sind auch noch konstitutionelle Vorgaben, wie z.B. der anatomische Aufbau des Körpers, Fehlstellungen, Bindegewebsschwäche etc. zu beachten.

Bei jeder Bewegung wirken zwei gegensätzliche Kraftwirkungen.

Es gilt das physikalische Prinzip Aktio=Reaktio.

Die Bodenreaktionskräfte wirken über die kinetische Kraftkette der Beine auf die dreidimensionale Bewegung des Beckengürtels und somit auf die Wirbelsäule.

Wenn nun muskuläre Defizite vorhanden sind, dann kann diese Kraft zu Überlastungen in der Wirbelsäule und damit zu Schmerzen führen.

Damit ist auch klar, daß die Funktion der Rumpfstabilisatoren bei jeder Bewegung eine wesentliche Rolle spielen.

Untersucht wurden die verschiedenen Trainingsformen, wie sie sich auf die Rumpfstabilisation auswirken.

Untersucht wurde dies mit mehreren Messmethoden und neuen messtechnischen Kombinationen.

Ergebnis:

  • Rumpfkontrolle ist die Vorraussetzung für jede "gesunde" Bewegung.
  • Das Training zur Rumpfkontrolle soll vor allem auf sensomotorischer Basis aufgebaut sein.
  • Bei Schäden wird in der Therapie die Rumpfkontrolle eingesetzt, um die Wirkung schädigender Bewegungen zu verringern.
  • Durch bestimmte Trainingsmethoden erzielt man bestimmte Reflexverbesserungen.
  • Daraus entsteht ein neues Therapiekonzept für die Rehabilitation und eine neues Trainingskonzept für die Prävention.

Neuigkeit:

Der Unterschied zwischen unwillkürlicher Reflexmotorik und willkürlicher Motorik ist:

  • messtechnisch unterscheidbar.
  • Nur das sensomotorische Trainingskonzept beeinflusst die Reflexmotorik positiv (erstmals messtechnisch erfasst !!!).
  • Man erkennt in den Ergebnissen den Gewinn an Stabilität durch koordinatives Training, im Vergleich zu dem Krafttraining im Bezug auf die Reihenfolge des Trainings ! D.h.: Koordinationstraining zu Beginn und dann Krafttraining bedeutet Stabilitäts-Gewinn ! Krafttraining zu Beginn und dann Koordinationstraining bedeutet Stabilitätsverlust

"Quintessenz" :

  • Einerseits sollten die Belastungen reduziert werden durch:
  • bessere Sitzposition- oder Hebetechnik
  • Andererseits ist es mindestens genauso wichtig, den Körper auf diese Belastungen gut vorzubereiten. D.h.: - Koordinatives Training, weiters
  • gezieltes Training zur muskulären Balance:
  • Krafttraining der zu schwachen Muskelanteile (z.B Bauchmuskulatur, Gesäßmuskulatur) und
  • Dehnen der verkürzten, anders gesagt zu steifen Muskelanteile (z. B. der Hüftbeuger).

ZUSAMMENFASSUNG

Durch koordinativ bessere Ansteuerungen (neuro-muskulär) aller beteiligten Muskeln (von der Halswirbelsäule bis zu der Fußmuskulatur) gelingt es mit diesem kompletten Ansatz, die biomechanischen Belastungen des Bewegungssystems zu minimieren. Damit kann man präventiv dem chronischen Kreuzschmerz entgegenwirken, bzw. in der Rehabilitation einen neuen Therapieansatz wirken lassen."

Nähere Information: Presserückfragen:

Ing.MMag.Dr. Anton Sabo Walter Tuhsel
FH Technikum Wien Pressereferent
Tel.: + 43 1 333 40 77 261 FH Technikum Wien
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