"Kleine Zeitung"-Kommentar: Parallelaktion (Von Hans Winkler)

Ausgabe vom 4. Dezember 2001

Graz (OTS) - Der Schauplatz war zwar das Wiener Hotel Intercontinental, die Politik, die die FPÖ-Führung dort gestern Abend beschloss, ist aber alles andere denn internationalistisch.

Das Feld der auswärtigen Politik - gegenüber der EU und gegenüber Tschechien - hat die FPÖ zähneknirschend Wolfgang Schüssel und Wilhelm Molterer überlassen müssen.

Eifersüchtig auf den Bundeskanzler wegen seiner internationalen Erfolge, ob es sich um den Besuch bei George Bush, die Einladung zu Tony Blair oder den Canossa-Besuch von Antonio Guterres in Wien handelte, sind die Freiheitlichen schon lange, sie lassen es sich aber nicht anmerken.

Auch nach der Brüsseler Temelin-Vereinbarung ließ sich Susanne Riess- Passer standhaft kein Wort des Unwillens über Schüssel entlocken, obwohl sie dazu immer wieder in Versuchung geführt wurde. Beleidigt zu sein, hätte nur Schüssel geholfen.

Die FPÖ verlegt sich daher auf eine Art Parallelaktion. Während Kanzler und Umweltminister weiter versuchen müssen, in der realen Welt der internationalen Bedingungen mögliche Ziele zu erreichen, versucht die FPÖ auf dem österreichischen Feld die Emotionen und Illusionen wachzuhalten.

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