Start zum Entwicklungskonzept Alpenrhein BILD

LH Sausgruber: Jahrhundertprojekt für Renaturierung des Bodensee-Zuflusses

Bregenz (VLK) - Für den "Alpenrhein" wird eine
langfristige und nachhaltige fach- und gebietsübergreifende Zukunftsplanung erarbeitet. Ziel sind ökologische
Verbesserungen bei gleichzeitiger Aufrechterhaltung der Hochwassersicherheit. Die 1995 gebildete Internationale Regierungskommission Alpenrhein (IRKA) und die seit 1892
arbeitende Internationale Rheinregulierung (IRR) haben heute, Montag, im Landhaus Bregenz das "Entwicklungskonzept
Alpenrhein" in Auftrag gegeben. In zwei Jahren sollen
Ergebnisse als Grundlage für alle weiteren Maßnahmen
vorliegen, betonte Landeshauptmann Herbert Sausgruber. ****

Der Liechtensteiner Umweltminister Alois Ospelt als IRKA-Vorsitzender und der Gastgeber, Landeshauptmann Sausgruber,
sprachen von einem "Jahrhundertprojekt" und
"Generationenwerk", dessen schrittweise Umsetzung Jahrzehnte
dauern werde. Die Konzeptkosten von 450.000 Euro (6,2
Millionen Schilling) teilen sich die Schweiz (55 Prozent), Österreich (30 Prozent) und Liechtenstein (15 Prozent).

Entwicklungskonzept Alpenrhein

Der "Alpenrhein" ist der rund 90 Kilometer lange Abschnitt zwischen Zusammenfluss von Vorder- und Hinterrhein bei
Reichenau in Graubünden bis zur Mündung in den Bodensee. Für
das Konzept zur Renaturierung des Alpenrheins wurde eine interdisziplinär zusammengesetzte Planungsgemeinschaft
gebildet. In Kernteams sind Experten aller Teilnehmerländer vertreten. Zunächst werden vorhandene Studien und Daten ausgewertet, dann Idealvorstellungen aus flussbaulicher, ökologischer, energie- und nutzungspolitischer Sicht als
Vision formuliert. Aus dem Ist-Zustand und der Vision wird
eine Defizit-Analyse abgeleitet und daraus die realisierbaren Entwicklungsziele definiert.

Im Entwicklungskonzept Alpenrhein werden die Themen
Flussbau, Feststoffhaushalt, Ökologie, Raumbedarf
und Öffentlichkeitsarbeit untersucht. Gleichzeitig werden Naturschutzpotenziale im Hinblick auf Wasserkraft, Fischerei,
Land- und Forstwirtschaft, Freizeit und Erholung, auf
Gewinnung von Trink- und Brauchwasser sowie Kies ausgewertet.
Das Konzept soll als Grundlage für künftige politische Entscheidungen Varianten mit und ohne Nutzung der Wasserkraft enthalten.

Internationale Regierungskommission Alpenrhein (IRKA)

  • Gegründet 1995
  • Mitglieder: Landes- und Kantonsregierungen Liechtenstein, St. Gallen, Graubünden und Vorarlberg
  • Projektgruppen zu den Themen Flussbau, Gewässer- und Fischökologie, Grundwasser, Energie
  • 1998 Beschluss eines Aktionsprogramms zur nachhaltigen Entwicklung des Rheins
  • Ziele: Hochwassersicherheit, Revitalisierung des Alpenrheins, Sicherung des Grundwassers, Erkundung von Energiepotenzialen

Internationale Rheinregulierung (IRR)

  • Gegründet 1892 durch Staatsvertrag Österreich-Schweiz
  • Aufgabe: Regulierung der Rheinstrecke von der Illmündung bis zum Bodensee
  • Ziel: Hochwasserschutz bis zu einem 100-jährigen Ereignis von 3.100 Kubikmeter pro Sekunde
  • derzeit Überprüfung und Sanierung der Rheindämme
  • Weiterführung der Vorstreckung zum Schutz einer Verlandung der Harder, Fußacher und Bregenzer Bucht samt ökologischer Begleitplanung (tm/dig,nvl)

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