Morak für "Bündnis zwischen Wirtschaft und den Kreativen dieses Landes"

Mitterlehner: "Es fehlt noch an Financiers" - Die nächsten Schritte: Gründung einer Arbeitsgemeinschaft und Vorlage eines Kreativwirtschaftsberichts

Wien (PWK 875) - Bei Standortentscheidungen in der Wirtschaft spielen subjektive Einschätzungen eine zunehmende Rolle. Kulturelle Aspekte erweisen sich dabei als besonderer Imagefaktor, wie etwa jüngste Erfolge der Städte München oder London beweisen. Österreich habe in dieser Hinsicht einen großen Aufholbedarf. Es gehe jetzt darum, in Kulturpolitik zu investieren, wo diese wirtschaftswirksam ist, begrüßte Staatssekretär Franz Morak als Gastredner die jetzt angelaufene Initiative zur Förderung der Kreativwirtschaft: "Ich sehe es als vordringliche Aufgabe der nächsten Zeit, Wirtschaft und Kreative zusammenzubringen".

Die Kreativwirtschaft, ein Image-Produzent erster Ordnung, sei gerade für ein kleines Land, das nicht im Zentrum internationaler Aufmerksamkeit steht, besonders wichtig. Filmproduktionen, Design-und Werbestudios oder Medienlabore seien, wie Morak ausführte, nicht bloß attraktive Arbeitgeber. Sie erzeugen Produkte mit hoher kultureller Aufladung, welche international imagebildend wirken.

Die "Querschnittsmaterie" Kulturpolitik (Morak: "Das ist mehr als Kunstpolitik") habe immer mehr die Aufgabe, Kreativität als Leistung an sich sichtbar zu machen, sie entsprechend zu fördern und sie dann bewusst dafür einzusetzen, heimische Produktionen und Dienstleistungen konkurrenzfähig zu halten. "Die Kreativwirtschaft ist letztlich ein Instrument, um erfolgreich an der Globalisierung teilzunehmen und eine nachhaltige Standort- und Wirtschaftspolitik zu ermöglichen. In diesem Sinne plädiere ich für ein Bündnis zwischen der Wirtschaft und den Kreativen dieses Landes und danke der Wirtschaftskammer dafür, dass sie auf diesen Zug aufgesprungen ist", schloss der Staatssekretär.

In Zukunft werde sich derjenige durchsetzen, der Kreativität am besten organisieren und die Potenziale nutzen kann. In diesem Sinn werden die Wirtschaftskammern ihre Mitglieder und die Politik bestmöglich unterstützen, betonte Generalsekretär-Stv. Reinhold Mitterlehner. Ein vorrangiges Ziel des Projekts sei, ein breites Bewusstsein für die Bedeutung der Kreativwirtschaft durch Präsentation von "Best Practices"-Beispielen zu schaffen. "Wir wollen die Kreativität sichtbar machen und damit zu einem modernen Image für den Standort Österreich beitragen".

Wichtig sei die Schaffung der strukturellen Rahmenbedingungen, von der Einrichtung einer Datenbasis über Beratung und Veranstaltungen bis hin zur Schaffung von "Clustern" im Bildungsbereich. Als zweite Säule der Innovationspolitik, neben der Förderung von Technologie, soll die Kreativwirtschaft zur nachhaltigen Sicherung der Wertschöpfung beitragen. Allerdings fehle es, wie Mitterlehner in diesem Zusammenhang hervorhob, noch an Financiers.

Um die Inhalte des Projekts Kreativwirtschaft zu konkretisieren, wird als nächster Schritt eine Arbeitsgemeinschaft gegründet. Federführend dabei ist die Stabsabteilung Grundsatzfragen der Wirtschaftspolitik in der WKÖ unter Prof. Werner Teufelsbauer. Parallel zur Konstituierung der Arbeitsgemeinschaft sind weitere Veranstaltungen geplant, um in der Öffentlichkeit Bewusstsein und Akzeptanz für das Projekt Kreativwirtschaft zu schaffen. "An der Erarbeitung spannender Pilotprojekte mit bekannten Partnern wird gearbeitet", kündigte Teufelsbauer an.

Basierend auf den positiven Erfahrungen von Großbritannien und ergänzt um die österreichischen Spezifika soll weiters ein nationaler interaktiver Kreativwirtschaftsbericht erstellt werden. Die entsprechenden Zahlen, Daten und Fakten werden im Rahmen einer großen Veranstaltung im Herbst 2002 vorgestellt werden. (hp)

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