Faymann: Schwendermarkt-Grätzel wird zu attraktiver Wohnadresse

Wohnbau, Revitalisierung des Marktes und neuer Platz entsteht

Wien, (OTS) "Das Besondere am Projekt Schwendermarkt ist die homogene Verbindung dreier unterschiedlicher stadtgestalterischer Elemente: die Schaffung von modernen Wohnungen, die Revitalisierung des Marktes und die Gestaltung eines öffentlichen Platzes. Durch die Mittel der Wohnbauförderung ist es möglich, ein abgewohntes Grätzel in eine attraktive Wohn-Adresse zu verwandeln", stellte Wohnbaustadtrat Werner Faymann anlässlich des Startschusses des Wohnbaus am Montag fest. Dieses von der Infrastruktur und von der Verkehrserschließung her ausgezeichnete Wohngebiet erfährt durch die 160 Millionen Schilling, die das Gesamtprojekt - der Wohnungsneubau, die Markt-Revitalisierung und die Platzgestaltung - kostet, eine deutliche Aufwertung. Einige Gemüse- und Marktstände werden in das neue Wohnhaus integriert, die Parkplatznot in diesem Grätzel wird durch eine Tiefgarage gelindert.****

Das Wohn- und Geschäftshaus

Das geplante Wohn- und Geschäftshaus spielt eine tragende Rolle bei der Revitalisierung dieses "Grätzels" und ist eingebettet in ein Konzept, das auch die Rettung des benachbarten Marktes zum Ziel hat. Es wird 54 geplanten Wohnungen und Geschäfts- und Büroflächen im Gesamtausmaß von 1.200 m² beinhalten. Der Neubau verbessert nicht nur die bisher unbefriedigende Marktsituation, sondern auch die Situation für Parkplatzsuchende. In der dreigeschossigen Tiefgarage werden nämlich neben den Pflichtstellplätzen für die Wohnungen noch 75 weitere Parkplätze für die Kunden des Schwendermarktes und Besucher der Volkshochschule und des Hauses der Begegnung entstehen.

Es entsteht ein schlanker, zwölf Meter tiefer und neunzig Meter langer Baukörper mit abgerundeten Ecken in solitärer Lage, der sich behutsam in die Lage zwischen äußerer Mariahilferstraße und Schwendergasse einfügt. Damit füllt sich eine Lücke in der Mariahilferstraße teilweise, die nun besser als kontinuierlicher Straßenraum zu erkennen ist, während sich die verbleibende räumliche Öffnung zum Schwendermarkt deutlicher als Platzraum artikuliert. Dort fließen die Straßenräume Schwendermarkt und Mariahilferstraße zusammen, getrennt nur von einem ca. drei Meter hohen Niveausprung. Das Haus nutzt den Höhenunterschied mit einer zweigeschossigen Sockelzone mit öffentlichen Funktionen und überbrückt diesen auch mit an den Flanken gelegenen Freitreppenanlagen. Die Errichtung des Wohn-und Geschäftshauses kostet 97 Millionen Schilling. Die Stadt fördert die Wohnungen mit 47 Millionen Schilling.

In einem relativ dichten und geschlossen verbauten Umfeld stellt dieses freistehende Haus eine Besonderheit dar, der in seiner plastischen Ausformung Rechnung getragen wird. Mit seinen bauchig abgerundeten und schräg angeschnittenen Flanken und sehr glatten, ebenen Fassaden wird der Charakter der Schlankheit noch forciert. Das Gebäude erhält erst mit sägezahnartigen Dachaufbauten eine Richtung und einen Hauch von Asymmetrie, die die sonst ruhige Formensprache belebt und eine Unverwechselbarkeit bedingt. So entsteht an diesem Ort ein städtebaulicher Akzent, der auch dem Funktionieren des Marktes nebenan nützen kann.

Die funktionale Gliederung des Hauses nützt die örtlichen Gegebenheiten und passt sich stimmig ein. Bedingt durch einen bereits erwähnten Niveausprung von Mariahilferstraße zu Schwendergasse ergibt sich die Chance zur Ausbildung von zwei öffentlichen Erdgeschosszonen. Die Tiefere, nach Süden zur Fußgängerzone Schwendergasse orientierte beherbergt ein Kindertagesheim und einen Spielraum für die Kinder der Hausbewohner, der im Austausch für fehlende Freiflächen angeboten wird sowie Nutzräume für das Haus wie Fahrrad- und Kinderwagenräume, was das Betreten des Hauses von dieser Seite her ebenso attraktiv macht. Die obere, nordseitig zur Mariahilferstraße orientierte bietet daher viel Raum für Geschäftslokale, die den Markt ergänzen und den Standort Schwendermarkt attraktiver machen sollen. Nach oben folgen vier Regelgeschosse mit Wohnungen, die von Norden zur lauteren Mariahilferstraße über Laubengänge erschlossen sind und deren Wohnräume nach Süden zur ruhigen Fußgängerzone orientiert und über großzügige Fensterflächen belichtet sind. Das gleiche gilt für die oberen zwei Stockwerke, die hauptsächlich von einem Maisonettentyp gebildet werden, dessen untere Ebene einem dichten Schlafbereich und dessen obere einem großzügigen, offenen Wohnbereich Platz bietet. Dieser erzeugt mit langen, über die Gebäudetiefe durchgehenden Terrassen das Gefühl eines eigenen "Haus am Dach" und formt die bereits erwähnte sägezahnartige Dachlandschaft. Es bleibt, die für eine Garage genutzten drei Tiefgeschosse zu erwähnen, die die Schwendergasse von Parknutzung freihalten und die Umgebung entlasten soll.

Das Gebäude wird den Standard des Niedrigenergiehauses erfüllen, was durch die günstige Situierung mit einer großen Fassadenfläche nach Süden erleichtert wird. Verstärkt wird dieser Effekt noch mit einer passiven Sonnenenergienutzung durch großzügige Isolierverglasung an der Südseite, während an der Nordseite die Öffnungsflächen in der Fassade bis auf Küchenfenster, Eingangstüren und kleine Oberlichter im Sanitärbereich weitgehend reduziert sind.

Nahversorgung und Infrastruktur

Der Bereich Schwendermarkt ist ein zentraler Punkt von hoher städtebaulicher Bedeutung für den 15. Wiener Gemeindebezirk. 1833 errichtet und 1854 mit einer Stützmauer gegen die Mariahilfer Straße umgestaltet, ist dessen Sanierung und Neustrukturierung von überörtlichem Interesse. Hier ist eine der Schlüsselstellen für die Neubewertung einer wichtigen städtebaulichen Achse vom Westbahnhof über das technische Museum bis nach Schönbrunn, und an dieser Stelle überlagern sich diese städtebaulichen Interessen größeren Maßstabs mit jenen der unmittelbaren Nachbarschaft zu einer Synergie.

Das Wohnhaus Schwendergasse wird in einem für die Bewohner attraktiven Umfeld situiert sein. Einkaufsmöglichkeiten im Haus selbst und am benachbarten Markt erleichtern die Nahversorgung. Die Mariahilferstraße bietet zusätzliche Möglichkeiten. Auch wenn das Haus selbst keinen Garten oder Freiraum bietet, findet sich gegenüber beim Haus der Begegnung ein Spielplatz und die Schwendergasse selbst als Fußgängerzone ist gefahrlos für Kinder zu nutzen. Kinderbetreuungseinrichtungen finden sich in unmittelbarer Nachbarschaft, weiters direkt gegenüber im Komplex des Hauses der Begegnung, der auch eine öffentliche Bibliothek beherbergt. Ein Anschluss an die öffentlichen Verkehrsmittel ist bereits jetzt gegeben, die Straßenbahnlinie 52 und 58 bieten auch schnellen Anschluss an das U-Bahn-Netz.

Im Oktober 2000 begannen die ersten Abbrucharbeiten zur Neugestaltung des Schwendermarktes. Die Wohnungen sollen im Jänner 2003 beziehbar sein, zur gleichen Zeit beginnt die Straßenraumgestaltung. Die Platzgestaltung und die Gestaltung der Außenanlagen des Wohnhauses beginnen im Februar 2003. Mitte 2003 sollen sämtliche Arbeiten abgeschlossen sein.

Die Wohnungen

Es entstehen 54 geförderte Miet-Wohnungen und 129 PKW-Stellplätze. Der Grund- und Baukostenanteil, den die Mieter zu bezahlen haben, liegt bei 6.000 Schilling pro m². Die monatliche Miete liegt bei etwa 65,50 Schilling pro m². Die Garagenmiete beträgt 990 Schilling.

o Bauträger

Eisenhof Gemeinn. Wohnungsges.m.b.H.
Heimbau Gemeinn. Bau-, Wohnungs- und Siedlungsgen. m.b.H
15., Tannengasse 16-20
Tel.: 982 40 76
Tel.: 981 71-0
o Planung

Architekten Fellerer und Vendl

Einkommensgrenzen

Haushalts-Jahres-Netto-Einkommen / 14 x (§ 14/Miete):

o 1 Person: ATS 426.960,00
o 2 Personen: ATS 640.440,00
o 3 Personen: ATS 725.880,00
o 4 Personen: ATS 811.320,00
o pro weitere Person zusätzlich: ATS 46.920,00

(Schluss) gmp

Rückfragen & Kontakt:

www.wien.at/vtx/vtx-rk-xlink/
Mag. Gerd Millmann-Pichler
Tel.: 4000/81 869
e-mail: mil@gws.magwien.gv.atPID-Rathauskorrespondenz:

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NRK/NRK