Nikolaus als "Erziehungs-Helfer" ungeeignet

Wien (OTS) - "Mit dem Heiligen darf man nicht drohen!" Das war
das Credo des Volksbildners und 1995 in Linz verstorbenen Salesianerpaters Siegfried Hornauer. Dabei stand er in der guten Tradition des Jugendapostels Don Boscos, der gesagt hat: "Es genügt nicht, die Kinder zu lieben, sie müssen es auch spüren können."

In den nächsten Tagen ziehen wieder viele "Nikoläuse" und "Krampusse" umher. Eltern und Großeltern bezahlen nicht selten für die "Dienste" der Nikoläuse und deren bedrohliche Begleiter.

Was aber geschieht oft in der Durchführung des "guten alten Brauches" des Besuches des Nikolaus samt seines unsympathischen Genossen, des Krampus? Es wird gelogen, gedroht, Angst gemacht, ja sogar geschlagen. Und das alles im Namen des liebenswürdigen Bischofs von Myra, des heiligen Nikolaus.

P. Vösl, Provinzial der Salesianer Don Boscos, einer Ordensgemeinschaft, die sich weltweit für Kinder und Jugendliche einsetzt: "Der Besuch des heiligen Nikolaus in der Familie gibt Gelegenheit, das Gute hervorzuheben. Lassen wir dem Bischof aufzählen, was alles gelungen ist im vergangenen Jahr. Auch wenn es nicht sehr viel ist, gelobt muss werden. "Die Liebe ist im Begründen des Lobes erfinderisch," sagt Don Bosco oder wie es Franz von Sales formulierte: "Mit einem Tropfen Honig fängt man mehr Fliegen, als mit einem Fass Essig". Das gilt laut P. Vösl besonders auch in Erziehungsfragen.

P. Vösl weiter: "Am Fest des heiligen Nikolaus soll man den Kindern auch nichts falsches vormachen. Nicht "der Nikolaus kommt persönlich vom Himmel herab", sondern "der Vater (der Onkel, der Bruder, ...) spielt mit euch jetzt den heiligen Nikolaus." P. Vösl weist auf die oft unbedachten Folgen hin: "Den Kindern erspart das später herbe Enttäuschungen: "Der Nikolaus war nicht echt, dann ist es das Christkind wahrscheinlich auch nicht. Dann das mit dem Osterhasen und dem Storch? Ich glaube es steckt immer der Papa dahinter (aus Kindermund)."

P. Vösl abschließend: "Wahrheit muss Wahrheit bleiben - aber kindgerecht. In der Erziehung, besonders in der religiösen Erziehung ist es wichtig, dass später nicht wichtige Wahrheiten korrigiert werden müssen. Wir können uns keine Vertrauenskrise leisten. Durch den Besuch des heiligen Nikolaus soll den Kindern das "Heilige" nicht als Schreckgespenst und Erziehungshelfer der Eltern begegnen. Vielmehr sollte ihnen dieses Erlebnis sympathisch und froh in Erinnerung bleiben."

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Mag. Rosemarie Welser
Salesianer Don Boscos
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