Ukraine: Unentdeckter Markt mit viel Zukunftspotential - Österreichs Exporte verzeichnen ein Plus von 30 %

Wien (PWK871) - "In der derzeitigen Situation scheint die relative Abgeschottetheit vom Weltmarkt ein Plus zu sein. Die ukrainische Wirtschaft wächst bereits das zweite Jahr mit fast 10 %", stellt Christian Gessl, Handelsdelegierter in Kiew fest.: "Das Wachstum wird trotz Konjunktureinbruch in der Weltwirtschaft weitergehen, sind sich alle Analysten einig. Und mit der Wirtschaft wächst auch der Außenhandel, abnehmend mit dem nach wie vor größten Handelspartner der Russischen Föderation, stark steigend mit Österreich und den anderen Mitgliedsländern der Europäischen Union", so der Handelsdelegierte.

Seit dem Jahr 1999 wächst die Industrieproduktion wieder zweistellig und seit dem Jahr 2000 die gesamte Wirtschaft. Über zwei Jahre ist der Wechselkurs der ukrainischen Grivna zum US$ stabil. Die Inflation soll heuer rund 6 % betragen. In Anerkennung der positiven Entwicklung haben der Währungsfonds und Weltbank Ihre Zahlungen an die Ukraine wieder aufgenommen.

"Nach dem Plus von 64 % im Jahr 2000 gegenüber 1999 ist mit der Steigerung von 30 % von Jänner bis August 2001 wieder ein ausgezeichnetes Ergebnis für das Gesamtjahr zu erwarten", schildert Gessl die positive Exportentwicklung. "Bei einem stärkerem Engagement österreichischer Firmen wäre aber noch viel mehr möglich, so der Handelsdelegierte. Bei einer fast ausgeglichenen Handelsbilanz importiert Österreich aus der Ukraine insbesondere Rohstoffe und Eisen- und Stahlerzeugnisse. Wichtigster Importeur ist die Firma Decometall, die mehr als die Hälfte der Importe abwickelt und in der Ukraine mit einer Vertretung und Joint Ventures vertreten ist.

An erster Stelle der österreichischen Exporte in die Ukraine liegen Maschinen und Fahrzeuge, die rund die Hälfte der Lieferungen ausmachen. Zuletzt besonders erfolgreich waren Nachrichtengeräte sowie Papier und Pappe. Zu den erfolgreichsten Exportfirmen gehört die Firma Plasser & Theurer. Das ukrainische Schienennetz bedarf dringender Reparaturen und auch neue Strecken werden gebaut. Auch der Boom in der Lebensmittelindustrie geht an den österreichischen Exporteuren nicht vorbei. Das bedeutet Aufträge für die Firmen Schaller Lebensmitteltechnik, Bertsch-Laska und Kosme. Die Modernisierung von Kraftwerken brachte zuletzt einen Auftrag für die Fa. VA Tech.

Den ukrainischen Lebensmitteleinzelhandel hat der Markteintritt von Billa völlig verändert. Billa bietet in seinen inzwischen sieben Supermärkten zu rund 80 Prozent hochqualitative ukrainische Produkte in moderner Weise an. Das ist in diesem Land eine logistische Glanzleistung. Die rasche Expansion in der Ukraine zeigt den enormen Bedarf an modernen Einkaufsmöglichkeiten. Zu den 15 größten Banken in der Ukraine zählt die Raiffeisenbank Ukraina. Als größte und erfolgreichste ausländische Bank in der Ukraine wird in Kürze mit dem Aufbau eines Filialnetzes gerechnet. Für österreichische Exporteure und Investoren ein zusätzliches Stück Sicherheit bei der Bearbeitung des ukrainischen Marktes.

Dass man als österreichischer Investor in der Ukraine auch Gewinne machen kann, zeigt das österreichisch-ukrainische Joint Venture Novolog, das im Hafen von Odessa einen Verladeterminal betreibt. Seit vielen Jahren erfolgreich tätig ist auch die Skifabrik Fischer-Mukatschewo, eine 100%ige Tochter der österreichischen Fa. Fischer International. In einem großen Fabriksgelände an der ukrainisch-ungarischen Grenze werden Alpinski, Langlaufski und Eishockeyschläger zu nahezu 100 % für den Export produziert. Einer der Marktleader bei der Produktion von Fruchtsaftkonzentraten und Fruchtzubereitungen für Joghurt ist die Firma Podilja Obst, eine 100%-Tochterfirma der Steirerobst. Ein guter Teil der Produktion geht in den Export. Um die Rohstoffbasis zu sichern, werden inzwischen auf einigen Hundert Hektar Erdbeeren, andere Beeren und Obst mit ausgezeichnetem Erfolg angebaut.

Trotz dieser Beispiele ist das Potential noch lange nicht ausgeschöpft. Die Ukraine verfügt mit ihren rund 50 Millionen Einwohnern über ein riesiges Heer an gut ausgebildeten und noch relativ günstigen Arbeitskräften und ist der ideale Standort für eine Produktion mit Zielmärkten in den Ländern der ehemaligen Sowjetunion. Neben der individuellen Betreuung der österreichischen Firmen setzt die Außenhandelsstelle Kiew laufend Schwerpunktaktionen um neue Märkte für österreichische Produkte zu erschließen.

Im Jahr 2002 wird es zwei Wirtschaftsmissionen geben. Geplant ist Lemberg - Winniza - Lugansk (ein Querschnitt durch die Ukraine) und Odessa - Saporozija und die Krim, der touristische aber auch industrielle Süden der Ukraine mit seinen großen Häfen. (pt)

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