AK Nachkontrollen haben gewirkt: Weniger "Etikettenschwindel" bei Wurst

Wien (AK) - Steht nun auf der Wurst, was drinnen ist? Das Ergebnis einer Wurst-Nachkontrolle zeigt: Die "Lebensmittelsünder" haben sich gebessert, aber dennoch sind die AK-Konsumentenschützer nicht ganz zufrieden. Bei den Kontrollen im März fand die AK sieben Würste mit Separatorenfleisch. Bei der Nachkontrolle im Sommer wurden immer noch zwei davon deswegen als verfälscht beanstandet. Außerdem waren im März vier Würste falsch gekennzeichnet. Davon war bei der Nacherhebung wiederum in einer Wurst Geflügelfleisch, das nicht etikettiert war. Die Konsumenten müssen für ihr Geld sicher sein, dass sie nicht getäuscht werden und sich auf die Kennzeichnung verlassen können. Daher verlangt die AK ein besseres Lebensmittelrecht. Die Lebensmitteluntersuchungsanstalt Wien führte im Auftrag der AK die Nacherhebung im Juli durch. ****

Die Aufregung rund um BSE und den Schweineskandal hat sich seit der AK-Ersterhebung schon gelegt. Die AK-Konsumentenschützer wollten nun überprüfen, ob die Wurst- und Fleisch-Kennzeichnung stimmt, und ob noch immer Separatorenfleisch verwendet wird.

Seit Ende März ist in Österreich Separatorenfleisch (mechanisch vom Knochen abgetrenntes Fleisch) in Wurst- und Fleischwaren unzulässig -Produkte mit Separatorenfleisch enthalten erhöhte Calciumwerte aus Knochen bzw Anteile an Knochensplittern und werden somit als verfälscht beurteilt.

Daher hat die AK im Juli von der Lebensmitteluntersuchungsanstalt Wien insgesamt 18 Wurstproben von sechs Produzenten auf Separatorenfleisch und richtige Kennzeichnung überprüfen lassen. Einerseits wurden die selben 11 Wurstwaren (Brätwürste, streichfähige Kochwürste, Fleischwürste mit einem Brätanteil) eingekauft und nachkontrolliert, die bereits bei der Ersterhebung im März beanstandet worden waren.
Darüber hinaus wollte die AK wissen, wie es um ähnliche Wurstwaren der gleichen Anbieter steht.
Bei der Nachkontrolle wurden Produkte von Ablinger, Berger, Stastnik, Radatz, Reiter, Reiner und Lindenhof untersucht.

Verfälscht
In der März-Erhebung wurden sieben Wurstproben mit Separatorenfleisch beanstandet. Eine weitere Wurst wurde ebenfalls bemängelt, am Etikett war aber Separatorenfleisch als Zutat angegeben.

Die Nacherhebung vom Sommer zeigt, dass bei den meisten Herstellern die Wurstproben in Ordnung waren. Allerdings wurden damals zwei Produkte noch immer als verfälscht beanstandet - die Leberstreichwurst der Firma Ablinger und die Puten Spezial Dauerwurst von Stastnik. Die Firma Stastnik hat sofort auf das Ergebnis der Nachkontrolle reagiert, und in der Folge war diese Wurst auch wieder in Ordnung. Ablinger wiederum meint, dass die nachgewiesenen Knochensplitter aus Fleisch von Schweinsköpfen herrühren würden.

Die gute Nachricht: Von den 10 zusätzlich untersuchten Wurstproben war bei keiner einzigen ein Hinweis auf Separatorenfleisch gegeben.

Ist wirklich drinnen, was drauf steht?
Im März wurden vier Wurstproben wegen falscher Kennzeichnung bemängelt, weil in "rindfleischfreien" Würsten Rindfleisch drinnen war und weil nicht gekennzeichnetes Geflügelfleisch enthalten war.

Die Nachkontrolle ergab, dass jetzt nur mehr ein Produkt, und zwar die Streichwurst fein der Firma Berger, falsch etikettiert war. Sie enthielt nicht etikettiertes Geflügelfleisch.

Auch von den 14 zusätzlichen Würsten waren zwei Produkte nicht korrekt etikettiert: In einem Produkt war ein Herz enthalten, das nicht drinnen sein dürfte. Und eine als Rindfleisch-Wurst gekennzeichnete war ohne Rindfleisch.

Nicht völlig zufriedenstellend - AK verlangt verbessertes Lebensmittelrecht
Die AK-Konsumentenschützer haben mit ihren Kontrollen Verbesserungen erreichen können, dennoch sind sie mit den Ergebnissen noch nicht völlig zufrieden. Die Konsumenten brauchen Sicherheit, dass alle Waren den Vorschriften entsprechend hergestellt und richtig gekennzeichnet werden, sagt die AK.

Daher fordert die AK ein besseres Lebensmittelrecht:
+ Mindeststrafen einführen
Die AK will die Festlegung von Mindeststrafen bei lebensmittelrechtlichen Verstößen, wie zB falscher Kennzeichnung. Kennzeichnungsverstöße dürfen kein Kavaliersdelikt sein. Die Unternehmen müssen erkennen, dass die korrekte Kennzeichnung wesentlich für die Kaufentscheidung ist.

+ Konsumenten besser informieren
Sind auch bei Nachkontrollen die Ergebnisse unverändert schlecht, so müssen das betreffende Unternehmen und das beanstandete Produkt öffentlich genannt werden.

+ Unternehmer muss für Verstöße gerade stehen
Die Verantwortlichkeit bei Verwaltungsstrafverfahren muss die Unternehmer bzw. Unternehmensleitung treffen. Dabei muss klargestellt werden, dass nicht - wie es derzeit üblich ist - die Filialleiter, die keine "wirklichen" Entscheidungsbefugnisse haben, für die Versäumnisse der Unternehmen verantwortlich gemacht werden.

+ Wirksame Kontrolle
Separatorenfleisch ist in Wurst- und Fleischwaren verboten. Daher muss weiterhin konsequent kontrolliert werden.

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