Greenpeace: Dioxingefahr vom Weihnachtsmann

Greenpeace fordert EU-weite Verbote von PVC-Produkten

Wien (OTS) - Neueste Greenpeace-Analysen haben ergeben, dass Christbaumschmuck häufig aus dem Umweltgift PVC hergestellt ist. Betroffen sind vor allem Lametta, Girlanden und Sterne. "Kommt es zu Christbaumbränden entsteht bei der Verbrennung von PVC-Christbaumdekor unvermeidlich hochgiftiges Dioxin und auch ätzendes Chlorwasserstoffgas", warnt Greenpeace-Chemiker Herwig Schuster. "Außerdem macht PVC-Lametta die Entsorgung der Christbäume zu einem Umweltproblem. Die Verbrennung von Bäumen mit Lametta-Resten führt immer zu Dioxin". Auf Kunststoff am Christbaum sollte generell verzichtet und nur natürliche Materialien wie Stroh oder Glas verwendet werden. Greenpeace fordert daher ein rasches Verbot von riskanten PVC-Anwendungen. Darüber hinaus muss Umweltminister Molterer im Rahmen der gerade laufenden EU-weiten PVC-Diskussion klar gegen PVC Position beziehen.

Neben dem gefährlichen Christbaumschmuck entdeckte Greenpeace auch bei Kinderspielzeug gefährliche Produkte. "Viele Puppen und andere Figuren für Kinder über drei Jahren sind ebenfalls aus PVC", erklärt Schuster. Dioxin zählt zu den giftigsten Stoffen überhaupt. Es ist krebserregend und schädigt das Hormonsystem. Greenpeace warnt auch davor, anstatt PVC-Lametta solches aus Stanniol zu verwenden. Dieses enthält nämlich Blei. "Solche Umweltgifte haben in Weihnachtsschmuck und Kinderspielzeug nichts zu suchen", sagt Schuster. Erfreulich hingegen ist, dass in keinem der untersuchten Spielzeuge für Kinder unter drei Jahren PVC gefunden wurde. Greenpeace rät, beim Einkauf auf das Material zu achten und den Händler zu befragen. Denn PVC-Produkte müssen nicht eigens als solche gekennzeichnet werden.

Die EU-Kommission wird schon in den nächsten Wochen gesetzliche Vorschläge zur Lösung des PVC-Problems vorschlagen. Insbesondere die Probleme um die Zusatzstoffe Blei, Cadmium und die gefährlichen Weichmacher sowie das PVC-Abfallproblem sollen gelöst werden. "Österreich sollte hier auf EU-Ebene die treibende Kraft sein. Umweltminister Molterer muss sich mit Nachdruck für weitere PVC-Verbote und Beschränkungen einsetzen", fordert Schuster, "das Verbot von Weich-PVC-Spielzeug mit gefährlichen Phthalat-Weichmachern kann nur ein erster Schritt gewesen sein." Greenpeace fordert vor allem die Anwendung des Substitutionsprinzips. Wenn eine ökologisch verträglichere Alternative vorhanden ist, muss die PVC-Anwendung verboten werden.

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Pressesprecher
Greenpeace Österreich
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