Ferrero-Waldner traf heute tunesischen Außenminister in Wien

Einigkeit über die Intensivierung des Dialogs zwischen den Zivilisationen

Wien (OTS) - "Mit dem Besuch von Außenminister Habib Ben Yahia in Wien findet mein Besuch als Staatssekretärin im April 1998 in Tunis eine Fortsetzung. Er ist ein weiterer Ausdruck wechselseitigen Interesses", so Außenministerin Benita Ferrero-Waldner heute im Anschluss an ein Arbeitsgespräch mit dem tunesischen Außenminister. Die bilateralen Beziehungen zwischen Tunesien und Österreich bezeichnete Ferrero-Waldner als traditionell ausgezeichnet. Auch auf dem kulturellen Sektor gab es in den letzten Jahren starke Momente. Die Außenministerin gab ihrer Zuversicht Ausdruck, dass der aktuelle Besuch ihres tunesischen Amtskollegen auch zu einer Intensivierung der wirtschaftlichen Beziehungen beitragen wird. Konkret wurde bei diesem Besuch des tunesischen Außenministers die Schaffung eines "ad hoc" Komitees vereinbart, welches - einem pragmatischen Ansatz folgend - jene Sektoren herausfiltern soll, in denen eine intensive Zusammenarbeit zwischen Österreich und Tunesien am sinnvollsten erscheint. Derzeit unterhalten etwa 20 österreichische Firmen Niederlassungen in Tunesien. Mit einem Wirtschaftswachstum von 6,2 % im Jahr 2001 sei Tunesien heute ein Modell eines Schwellenlandes und ein interessanter Partner für Österreich.

Im Mittelpunkt des heutigen Gespräches stand neben bilateralen Angelegenheiten die Frage der internationalen Zusammenarbeit im Kampf gegen den Terrorismus. Ferrero-Waldner betonte, dass die gegenwärtigen Formen des internationalen Terrorismus nicht zu einem Gegensatz zwischen der muslimisch-arabischen und der christlich-westlichen Welt führen oder missbraucht werden dürfen. In diesem Zusammenhang wies die Außenministerin auch auf die Bedeutung der Zusammenarbeit innerhalb der Euro-Mediterranen Partnerschaft und insbesondere auf den Aspekt des Dialogs zwischen Islam, Judentum und Christentum innerhalb dieser Kooperation hin. Gerade dieser Rahmen eigne sich zur Umsetzung des von den Vereinten Nationen für 2001 ausgerufenen Programms "Dialog unter den Zivilisationen". Der tunesische Außenminister dankte der österreichischen Außenministerin für die österreichische Initiative, im Rahmen dieses Programms im ersten Halbjahr 2002 in Wien ein Seminar zu veranstalten, das die Verantwortung der Medien hinsichtlich der Verständigung und des Dialogs zwischen Zivilisationen, Kulturen und Religionen zum Thema haben wird.

Ein intensiver Meinungsaustausch fand auch zur Lage im Nahen Osten statt: Einerseits spielt Tunesien als ehemaliger Sitzstaat der PLO im Rahmen des Nahost-Friedensprozesses eine besondere Rolle; andererseits konnte Außenministerin Ferrero-Waldner über die Eindrücke ihrer kürzlich in die Region erfolgten Reise berichten. Weitere Schwerpunkte des Gespräches waren die innenpolitische Lage Tunesiens sowie die Situation innerhalb der Union des Arabischen Maghreb (UMA - Algerien, Marokko, Tunesien, Libyen und Mauretanien). "Hier wurde die Expertise des tunesischen Außenministers wahrgenommen", so Ferrero-Waldner.

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