Biomasseverband: ATS 800 Mio. für Kyoto-Sofortprogramm notwendig

Kritik an Kürzung der Biomasse-Fördermittel - CO2-Reduktion umsetzen

Wien, 30. November 2001 (AIZ). - Als Beitrag zur Wirtschaftsbelebung und als Antwort auf die Ergebnisse der Klimakonferenz von Marrakesch legt der Österreichische Biomasseverband heute drei Vorschläge an die Bundesregierung vor. Darin wird ein Kyoto-Sofortprogramm zum Ausbau der Bioenergie im Ausmaß von ATS 800 Mio. als dringend notwendig erachtet. Zweitens sollten Klimaschutzmaßnahmen in Österreich gesetzt werden und nicht im Ausland. Drittens wird die Vereinheitlichung der Bedingungen für die Stromerzeugung aus erneuerbarer Energie gefordert. Mit Befremden reagiert der Verband in diesem Zusammenhang auf die Kürzung von Biomasseförderungen. ****

"In der 7. Klimakonferenz in Marrakesch wurden am 10. November die Grundlagen für die Ratifizierung des Kyoto-Vertrages gelegt. Mit der Ratifizierung, die noch vor Herbst 2002 erfolgen soll, werden die Reduktionsverpflichtungen für Österreich völkerrechtlich verbindlich", stellte Heinz Kopetz, Vorsitzender des Biomasseverbandes, fest. Dazu komme, dass die Europäische Union kürzlich eine neue Richtlinie beschlossen habe, wonach Österreich bis zum Jahre 2010 um etwa 4 Mrd. Kilowattstunden Strom mehr aus erneuerbarer Energie erzeugen soll als bisher.

Investitionen in Bioenergieanlagen dringend notwendig

"Auf der anderen Seite sind in den letzten Monaten die Mittel für den Ausbau der erneuerbaren Energie deutlich gekürzt worden. Damit Österreich seine internationalen Verpflichtungen im Bereich der Klimaschutzpolitik und auch im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben der Europäischen Union erfüllen kann, schlägt der Biomasseverband die Durchführung eines Kyoto-Sofortprogrammes für den Ausbau der Bioenergie im Umfang von ATS 800 Mio. vor", betonte Kopetz. Mit diesem Geld sollen Investitionen in Fern- und Nahwärmenetze mit Biomasse, in Wärmecontractingprojekte, in Biogas- und Holzvergasungsanlagen finanziert werden.

2.000 Arbeitsplätze gesichert

Mit diesem Programm würden Investitionen von rund ATS 2 Mrd. in den nächsten 18 Monaten ausgelöst werden. Ohne ein solches Programm würden viele Projekte, die in Planung sind, nicht durchgeführt werden können. "Mit der Realisierung des Programmes können jährlich knapp 100.000 t CO2 eingespart und über 2.000 Arbeitsplätze gesichert werden. Darüber hinaus würden etwa 25 bis 30 Mio. Liter Öl durch heimische Energieträger auf Dauer ersetzt und die Importe um diesen Betrag kleiner werden. Die umgelenkten Energieausgaben von importierten Energieträgern auf inländische Energieträger würden zusätzlich Dauerarbeitsplätze in Österreich schaffen", gab Kopetz zu bedenken.

CO2-Reduktion muss umgesetzt werden

In der Konferenz von Marrakesch wurde man sich weitgehend über flexible Instrumente zur CO2-Reduktion einig. Dazu zählen der Handel von Emissionszertifikaten, die joint-implementation, also die gemeinsame Umsetzung von Projekten in anderen Ländern sowie bestimmte Schwerpunktmaßnahmen in Entwicklungsländern. Der Biomasseverband vertritt die Meinung, dass Österreich die notwendige CO2-Reduktion in Österreich umsetzen soll und nicht durch Zukauf von Emissionsrechten aus anderen Ländern. Generell müssten die Maßnahmen zur Reduktion der Treibhausgase in Österreich wesentlich intensiviert werden, weil nur noch acht Jahre Zeit zur Erreichung des Kyoto-Programmes bestehen, so Kopetz.

Bedingungen für Ökostromerzeugung vereinheitlichen

Das österreichische ElWOG bietet einen wichtigen Rahmen für die Forcierung der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energiequellen. Die Erfahrungen mit dem ElWOG zeigen jedoch, dass die unterschiedliche Vorgangsweise der Bundesländer die Umsetzung wesentlich erschwert. Deswegen strebt der Biomasseverband eine Arbeitsgruppe an mit dem Ziel, die Bedingungen für die Stromerzeugung aus erneuerbarer Energie in Österreich zu vereinheitlichen, um den Investoren eine längerfristige Sicherheit über Tarife zu geben, damit die vorbereiteten Projekte tatsächlich realisiert werden.
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