Grünewald: Generelle Befreiung von Ambulanz- und Rezeptgebühren für AIDS-Kranke

50 % der Erkrankungen werden erst bei Ausbruch erkannt

Wien (OTS) Obwohl Österreich mit einer Million HIV-Testungen im Jahr führend ist, werden 50% der Infizierten erst bei Ausbruch der AIDS-Erkrankung, also meist Jahre nach Infektion entdeckt. Das bedeutet, daß Risikogruppen von diesen Testungen kaum erfaßt werden. Die medizinischen Folgen dieser Diagnoselücken sind fatal, da durch moderne Kombinationstherapien der Krankheitsausbruch meist über viele Jahre hinaus verzögert werden kann. "Versäumnisse sind hier im Bereich der anonymisierten Datenerfassung und bei aussagekräftigen epidemiologischer Studien festzustellen. Daß die Finanzierung medizinisch sinnvoller Datenbanken auf Spenden von Pharmafirmen angewiesen ist, zeigt das Desinteresse des Gesundheitsressorts", kritisiert der Gesundheitssprecher der Grünen, Kurt Grünewald, anläßlich des morgigen Welt-AIDS-Tages.

Grotesk erscheint die Situation von HIV Infizierten bezüglich Selbstbehalten und Ambulanzgebühren. Diese Personengruppe wird durch diese Krankensteuern solange getroffen, bis sie beim Ausbruch von AIDS davon zumindest weitgehend befreit werden. Die überhastete und schlechte Gesetzesformulierung führt allerdings zu einem Interpretations-Chaos. Laut BM Haupt sollen HIV-Infizierte zahlen, Staatsekretär Waneck meint "vielleich doch nicht". Eine Befreiung von Rezeptgebühren für die häufigen Begleiterkrankungen existiert überhaupt nicht! Der Virusnachweis sowie Resistenztestungen sind jedoch oft mit Selbstbehalten verknüpft und die Kosten für die Betroffenen erreichen nicht selten 10% des Monatsgehaltes.

"Die Grünen fordern daher die generelle Befreiung von Ambulanz- und Rezeptgebühren und sonstigen Selbstbehalten für alle chronisch Kranke. Weiters die ausreichende Finanzierung der Aids-Hilfe und sonstiger Beratungseinrichtungen, Maßnahmen zu einer verbesserten datengeschützen epidemiologischen Überwachung (nur Todesfälle an Aids müssen gemeldet werden aber keine Sterbefälle von HIV Patienten), sowie adäquate Zusatzausbildungen von allen Gesundheitsberufen im Bereich von AIDS und HIV", so Grünewald.

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