Seentransaktion vollzogen

Seen- und Seeuferpolitik der Österreichischen Bundesforste AG vorgestellt

Wien (OTS) - Am 29. November 2001 wurden 11 Seen des Öffentlichen Wassergutes in Oberösterreich und Kärnten in die Betreuung der Österreichischen Bundesforste AG (ÖBf AG) übertragen. Im Rahmen einer Pressekonferenz stellten die ÖBf-Vorstände Georg Erlacher und Thomas Uher die Modalitäten der Transaktion und das Konzept zur Seenbewirtschaftung vor. Dabei wurde betont, dass bestehende Verträge übernommen werden und die Seen weiterhin im Eigentum der Republik Österreich bleiben.

Zwischen den Ländern Kärnten und Oberösterreich einerseits und der Österreichischen Bundesforsten AG andererseits soll demnächst eine Vereinbarung geschlossen werden, welche die Grundlage für eine konstruktive Zusammenarbeit für die nächsten Jahrzehnte bildet. Darin wird u.a. festgehalten, dass die Seen im Eigentum der Republik Österreich bleiben und einem Verkaufsverbot gegenüber Dritten unterliegen. Weiters werden alle bestehenden Verträge durch die ÖBf AG übernommen. Bei Abschluss von neuen Verträgen mit Gemeinden erfolgt eine Tarifreduktion um 75%.

Finanziert wurde die Übertragung der Seen durch den verstärkten Verkauf von Grundstücken der Bundesforste. Entsprechend der Grundverkehrsstrategie wurde dabei nach einer Liegenschafts-Liste vorgegangen, die ca. 26.000 ha - das sind knapp 3% der Bundesforste-Gesamtfläche - zum Verkauf vorgesehener Grundstücke umfasst. Da der Besitzstand in den letzten Jahren durch Zukäufe um rund 30.000 ha zugenommen hatte, stellen die Verkäufe keine Gefahr für die Substanz der Bundesforste dar, wie Vorstand Georg Erlacher versicherte. "Wir verkaufen zwar heuer verstärkt Grundstücke, um die Übertragung der Seen zu finanzieren. Aber die Verkäufe entsprechen alle der Vorgabe unserer Grundverkehrsstrategie, unsere Besitzstruktur zu verbessern. Bereits im Jahr 2002 wird es zum Abschluß des Sonderverkauf-Programms kommen."

Verkauft wurden vor allem kleine landwirtschaftliche Flächen, Grundstücke in Randlagen, Streubesitz und wirtschaftlich wenig interessante Flächen. Bis dato hat der Aufsichtsrat der Österreichischen Bundesforste insgesamt 313 Transaktionen in einem Gesamtflächen-Ausmaß von rund 7.250 ha - das sind 0,8% der Bundesforste-Gesamtfläche - genehmigt. Weit über 80% der Transaktionen betreffen Flächen unter 10 ha. Vom Verkauf ausgeschlossen waren und sind Seen und Seeufer, Gletscherflächen, Nationalparks, strategische Wasserressourcen oder besondere Naturschönheiten.

Als erfahrenster Seenbewirtschafter Österreichs legen die Bundesforste auch bei den 11 neuen Seen Wert auf verantwortungsvollen Umgang mit Naturressourcen und ökologisch verträgliche Bewirtschaftung. Kernaufgabe sei dabei die "qualitative und quantitative Weiterentwicklung der natürlichen Ressourcen unter Berücksichtigung von ökologischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Interessen", erklärte Bundesforste-Vorstand Thomas Uher. Natürlich wolle man durch nachhaltige Bewirtschaftung der Seen bestmögliche Betriebsergebnisse erzielen, aber "zugleich ist es uns Verpflichtung, natürliche Seeufer und andere sensible Gebiete zu schützen und der Bevölkerung den freien Zugang zu den Seen zu ermöglichen", so Uher.

Den vielfältigen Anforderungen an das Seen-Management wollen die Bundesforste in Zukunft auf Basis eines klaren, an regionalen Bedürfnissen orientierten Konzeptes für die Seen-Bewirtschaftung gerecht werden. Das heute präsentierte Konzept über die "Grundsätze der Seen- und Seeuferpolitik der Österreichischen Bundesforste" bildet die Ausgangsbasis für die Erstellung von individuellen Konzepten für alle Seen in der Betreuung der Bundesforste. Dabei werde man sich um gute Kooperation mit Gemeinden, Tourismuswirtschaft und Naturschutzbehörden bemühen, betonte Vorstand Thomas Uher. "Würden wir an regionalen Bedürfnissen und Problemstellungen vorbei arbeiten, wäre das ja zu unserem eigenen Schaden. Die Bundesforste suchen deshalb aktiv den Dialog mit den regionalen Partnern." (schluss)

Rückfragen & Kontakt:

Österreichische Bundesforste AG (ÖBf AG)
Mag. Bernhard Schragl
Tel.: (01) 711 45/45 93
B.Schragl@oebf.at
http://www.bundesforste.at

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