Wien: "Sauberstes" Gaskraftwerk der Welt geht in Betrieb

Häupl und Rieder starten Gaskraftwerk Donaustadt 3

Wien, (OTS) "Mit dem Kraftwerk Donaustadt 3 geht ein weiteres Vorzeigeprojekt der Umweltmusterstadt Wien in Betrieb. Die für 2,1 Milliarden Schilling errichtete Gasturbinenanlage versorgt rund 800.000 Haushalte mit Strom und 180.000 Haushalte mit Fernwärme. Durch diese Kraft-Wärme-Kopplung erreichen wir einen Wirkungsgrad von 86 Prozent, womit das Kraftwerk Donaustadt 3 das sauberste Gaskraftwerk der Welt ist", betonten Bürgermeister Dr. Michael HÄUPL und Vizebürgermeister Dr. Sepp Rieder am Freitag im Rahmen einer Medienkonferenz.

"Wienstrom leistet damit gleichermaßen einen Beitrag zur Versorgungssicherheit wie zur Erreichung des Kyoto-Ziels. Mit einer Leistung von 367 Megawatt Strom und 180.000 Megawatt Fernwärme wird Wien unabhängiger von Nicht-Wiener-Energielieferanten. Aufgrund der extrem ausgereiften ökologischen Wirkungsweise werden pro Jahr 330.000 Tonnen CO2-Emissionen eingespart", erklärte Rieder. "Wir können damit ältere kalorische Anlagen zurückfahren und so die Umweltbedingungen für die Wienerinnen und Wiener weiter verbessern. Gerade in Millionenstädten, in denen auf engstem Raum Energie in hohem Ausmaß verbraucht wird, ist es wichtig, seine ökologische Verantwortung wahrzunehmen."

Die Bauzeit für die Anlage betrug nur 2 Jahre, die Umweltverträglichkeitsprüfung für dieses Kraftwerk konnte in der Rekordzeit von nur 18 Monaten abgeschlossen werden.****

An der Medienkonferenz nahmen auch Generaldirektor-Stv. DI Helmut KASTL, Geschäftsführer der Wienstrom GmbH, und Ing. Franz GEIGER, Vorstandsdirektor der Siemens AG, Österreich, teil.

Gesicherte Strom- und Fernwärmeversorgung

Die neue Anlage trägt wesentlich zur sicheren Stromversorgung für Wien und Umgebung bei. Die eigene Stromversorgung ist ein Eckpfeiler der Wiener Stromerzeugung. Das Kraftwerk Donaustadt leistet einen bedeutenden Beitrag, alle Kunden auch in den kommenden Jahren sicher mit "sauberem" Strom zu beliefern. Mit dem neuen Kraftwerk wird auch die Fernwärmeversorgung in Wien wesentlich verstärkt. Durch neue Fernwärmeleitungen wird die Versorgung im 21. und 22. Gemeindebezirk erweitert.

Beispielhafte Brennstoffausnutzung

Im Bereich der Gasturbinentechnologie konnten in den letzten Jahren spektakuläre Fortschritte erzielt werden. Dieser Technologiesprung ist in der Großkraftwerkstechnik in so kurzer Zeit beispiellos. Mit dieser neuen Kraftwerkstechnologie sind mehr als 58 Prozent Wirkungsgrad bei alleiniger Erzeugung von Strom möglich. Durch die gleichzeitige Erzeugung von Strom und Fernwärme steigt der Wirkungsgrad sogar auf über 86 Prozent. Somit zählt dieses Kraftwerk zu den "Wirkungsgradweltmeistern".

Der Wirkungsgrad gibt an, in welchem Ausmaß der eingesetzte Brennstoff verwertet wird. Bisher wurden weltweit in konventionellen kalorischen Kraftwerken Werte von etwa 40-43 Prozent erreicht.

Für eine gesunde Umwelt: Alle Wienstrom-Kraftwerke mit Kraft-Wärme-Kopplung ausgestattet

Durch die hohe Brennstoffnutzung werden zukünftig pro Jahr 150 Millionen m3 Erdgas eingespart und der Umwelt so 330.000 Tonnen Kohlendioxid(CO2)-Emissionen erspart.

Wienstrom hat in den letzten 25 Jahren alle gebauten Kraftwerke mit einer Kraft-Wärme-Kopplung ausgestattet. Die Schadstoffeinsparungen für die Umwelt betrugen durch diesen Weitblick alleine im Jahr 2000 ca. 166.000 Tonnen Heizöl und 525.000 Tonnen Kohlendioxid. Darüber hinaus verringerten sich in den vergangenen 25 Jahren durch gezielte Umweltschutzmaßnahmen die Schwefeldioxid-Emissionen um 99 Prozent und die Stickoxid-Emissionen um 87 Prozent.

Kraftwerkstandort Donaustadt: Seit 1973 in Betrieb

Am Standort Donaustadt sind zur Zeit drei Kraftwerksblöcke in Betrieb. Die beiden ersten Blöcke wurden im Jahr 1973 und 1975 in Betrieb genommen. Der Gemeinderatsbeschluss für den Block 3 wurde am 26. Juni 1996 gefasst. Die Umweltverträglichkeitsprüfung konnte nach nur 18 Monaten im Juni 1999 abgeschlossen werden. Generalunternehmer des Projekts war die Firma Siemens AG Österreich.

Technische Details

Insgesamt wurden in der Anlage 40 Kilometer Rohrleitungen und 2.700 Kabel mit einer Gesamtlänge von etwa 110 Kilometer verlegt. 1550 Tonnen Bewehrungsstahl und etwa 18.000 m3 Beton wurden verwendet. Die Kubatur des Kraftwerkes ist 195.000 m3. (Schluss) mmr

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