TUNESISCHER AUSSENMINISTER BEN YAHIA BESUCHT DAS PARLAMENT Gespräche mit Heinz Fischer und Peter Schieder

Wien (PK) - Die Lage in der arabischen Welt nach den Terroranschlägen vom 11. September stand heute im Mittelpunkt von Gesprächen des tunesischen Außenministers Habib Ben Yahia mit Nationalratspräsident Heinz Fischer und dem Obmann des Aussenpolitischen Ausschusses Peter Schieder. Ben Yahia erteilte allen jenen Kräften eine klare Absage, die den Islam für politische Zwecke instrumentalisieren. Tunesien bekämpfe den Fundamentalismus nicht mit Waffen, sondern versuche, durch wirtschaftliche Entwicklung, insbesondere durch die Schaffung eines Mittelstandes, den gewaltbereiten Islamisten den Boden zu entziehen. Darüber hinaus sei sein Land vor allem durch die Ereignisse im benachbarten Algerien, aber auch durch die Stellung der Frauen gegen terroristische Strömungen immunisiert, meinte Ben Yahia.

Was Afghanistan betrifft, so bezeichnete der tunesische Außenminister die Bereinigung des Problems angesichts der terroristischen Bedrohung als überfällig, gab jedoch zu bedenken, militärische Aktionen allein würden nicht ausreichen. Es gehe in erster Linie darum, globale und umfassende Lösungen zu finden, um die finanziellen Wurzeln des Terrors, insbesondere den Drogenhandel, zu bekämpfen, betonte er.

Die bilateralen Beziehungen zwischen Österreich und Tunesien wurden in dem Gespräch von beiden Seiten als ausgezeichnet eingestuft. Ben Yahia zeigte sich an verstärkten wirtschaftlichen Kontakten mit dem EU-Raum interessiert, wobei er sich entscheidende Impulse von dem Abkommen der Europäischen Union mit Tunesien im Rahmen der Euromediterranen Partnerschaft erwartete.

Weiteres Thema des Meinungsaustausches war der Konflikt um die Westsahara und die diesbezügliche Vermittlerrolle des Europarates.

Der tunesische Aussenminister wird im Verlauf seines Österreich-Besuches heute noch u.a. mit Bundespräsident Thomas Klestil und Außenministerin Benita Ferrero-Waldner zusammentreffen. (Schluss)

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