ANDREA MANTEGNA UND DIE BRAUTTRUHEN DER PAOLA GONZAGA

Wien (OTS) - 4. Dezember 2001 bis 7. April 2002

Eine Sonderausstellung des Kunsthistorischen Museums in Zusammenarbeit mit den Restaurierwerkstätten des Bundesdenkmalamtes in Wien und dem Kärntner Landesmuseum in Klagenfurt

Kunsthistorisches Museum
Gemäldegalerie, Saal IX
Wien I, Maria-Theresien-Platz
http://www.khm.at

Pressekonferenz: 3. Dezember 2001 um 10.30 Uhr im
Kunsthistorischen Museum

"Item zwo große Truchen von Helffandbain, ausgeschnitzt mit Triumphen vnd Wapn des Haws zw Mantua. Item zwo groß Truchn gemalt mit des Troianischen Kaisers Historien, sein auch wol vbergoldett."

(Aus dem am 5. November 1478 erstellten Inventar von Paola Gonzagas Brautschatz)

Die zum Großteil noch erhaltenen Brauttruhen, die Paola Gonzaga, die jüngste Tochter Ludovicos II. Gonzaga und Barbaras von Brandenburg, 1478 anläßlich ihrer Hochzeit mit Leonhard von Görz nach Schloß Bruck in Lienz mitführte, sind bis heute einzigartig hinsichtlich der gewählten Techniken und dargestellten Themen und übertreffen in ihrer kunstvollen Ausführung nahezu alle erhaltenen Brauttruhen. Zum Zeitpunkt ihrer Anfertigung war Andrea Mantegna, der berühmteste Künstler der oberitalienischen Frührenaissance, am Hof der Gonzaga beschäftigt.

Die heute im Kärntner Landesmuseum in Klagenfurt aufbewahrten, polychromierten und vergoldeten Pastigliareliefs eines Truhenpaars illustrieren die durch Dantes Divina Commedia in die Kunst eingeführte Legende der Gerechtigkeit Kaiser Traians. Sie wurden von den Restaurierwerkstätten des Bundesdenkmalamtes in Wien restauriert und eines der Reliefs wurde darüber hinaus für diese Ausstellung mit dem noch im Stiftsmuseum Millstatt erhaltenen, ebenfalls restaurierten Truhenkörper vereint, wodurch der Betrachter erstmals wieder einen Eindruck von ihrer ursprünglichen Pracht gewinnt.

Das zweite in kostbarer Einlegearbeit und in Elfenbeinreliefs die Triumphe Petrarcas darstellende Truhenpaar wurde nicht als Leihgabe zur Verfügung gestellt, da es immer noch als Behälter der von Papst Paul V. 1617 dem späteren Kaiser Ferdinand II. geschenkten Reliquien im Grazer Dom dient. Dennoch wird es zumindest thematisch präsent sein, führte doch die am elterlichen Hof humanistisch erzogene Braut unter ihrem Bücherschatz in diesen Truhen auch Kopien von Dantes und Petrarcas Werken mit.

Ziel dieser kleinen, doch von der Objektwahl sehr gezielten Ausstellung ist es, die Reliefs der Traianslegende mit in den Wiener Sammlungen erhaltenen Werken - Gemälden, Zeichnungen, Stichen und Bronzen - des gerade an der kreativen Nachschöpfung antiker Formenwelt so außerordentlich interessierten Andrea Mantegna und seiner Nachfolger gegenüberzustellen.

Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 10 bis 18 Uhr
Donnerstag 10 bis 22 Uhr

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