Geschichte der APA und ihrer Vorgänger erforscht

"Die Macht der Nachricht" - Vom staatlichen Propagandainstrument zur unabhängigen Nachrichtenagentur

Wien (OTS) - Unter dem Motto "Der Weg zur Unabhängigkeit" feiert die APA-Austria Presse Agentur heute Abend in den Sälen der Wiener Börse ihr 55-jähriges Jubiläum. Zu diesem Anlass wird das soeben im Molden Verlag erschienene Buch "Die Macht der Nachricht" von den Kommunikationshistorikern Edith Dörfler und Wolfgang Pensold präsentiert; diese umfassende Aufarbeitung der Geschichte der österreichischen Nachrichtenagenturen zeigt, dass die Entwicklung des heimischen Nachrichtenwesens stark von Staat und Regierung geprägt war, und der Weg zur Unabhängigkeit ein langer war.

Über 150 Jahre lang ist die Tradition der heimischen Nachrichtenagenturen; schon die erste Agentur, die Österreichische Correspondenz, wurde im Jahr 1849 zwar als Privatunternehmen, zugleich aber als dezidiert gegenrevolutionäres Instrument und Sprachrohr für die Obrigkeit gegründet. Nur etwas mehr als zehn Jahre danach wurde das Unternehmen in staatliche Hände gelegt, das k.k. Telegraphen-Korrespondenz-Bureau übernahm die Agenden. 1922 wurde die Agentur in Amtliche Nachrichtenstelle (ANA) umbenannt und 1938 vom nationalsozialistischen Deutschen Nachrichten Büro (DNB) abgelöst. Nach Kriegsende sorgte die ANA weiter für "amtliche Nachrichten". Erst nach dem Zweiten Weltkrieg konnte eine Emanzipation von staatlichen Einfluss erreicht werden.

Der wesentliche Schritt in diese Richtung wurde im Jahr 1946 mit der Gründung der APA als Genossenschaft der österreichischen Zeitzungen getan. Dass mit der APA eine "entstaatlichte" Nachrichtenagentur das Licht der Welt erblickte, kam somit einem Traditionsbruch gleich. Dies lag nicht zuletzt im Interesse der Alliierten, die auch in den anderen besiegten Ländern - Deutschland, Italien und Japan - eine Privatisierung nach dem Genossenschaftsprinzip durchführten. Paten waren dabei die angelsächsischen Weltagenturen AP und Reuters und ein von ihnen in den 40er Jahren beschlossenes Grundsatzprogramm, das unter anderem die Prinzipien der "true and unbiased news" verankerte.

Bis in die 70er Jahre hinein allerdings brauchte die APA trotz der in den Statuten verankerten Unabhängigkeit, um sich von parteipolitischer Einflussnahme zu emanzipieren. Zugleich galt es auch, die ökonomische Unabhängigkeit zu sichern. Seit 1988 schreibt die Austria Presse Agentur Gewinne, im Jahr 2000 erzielte sie das beste Ergebnis ihrer Unternehmensgeschichte.

"Die Macht der Nachricht" bietet weit mehr als eine historische Aufarbeitung der APA und ihrer Vorgänger-Organisationen. Dörfler und Pensold illustrieren zugleich, wie sich Nachrichtenaufbereitung und damit Informationspolitik stets im Spannungsfeld von Technik -Stichwort Telegrafie - und Machtpolitik bewegen musste. In diesem Sinn steuert ihr Buch auch eine weitere wesentliche Perspektive zur österreichischen Kommunikationspolitik bei.

S E R V I C E - Die Macht der Nachricht. Die Geschichte der Nachrichtenagenturen in Österreich. Von Edith Dörfler und Wolfgang Pensold, hg. v. Wolfgang Vyslozil. Molden Verlag, 593 Seiten, 498 Schilling (36,19 Euro). ISBN 3-85485-065-4. Bestellungen unter http://www.molden.at

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