Allianz Vorstandsvorsitzender Schulte-Noelle: Sicherheit im neuen Risikodialog

Weltweit veränderte Risikosituation wirft grundsätzliche Fragen der Versicherbarkeit auf

Wien (OTS) - Ein verstärktes Engagement des Staates in Fragen der Sicherheit angesichts der Ereignisse vom 11. September forderte Dr. Henning Schulte-Noelle, Vorstandsvorsitzender der Allianz AG, München, im Rahmen eines Pressegespräches in Wien. "Wollten Versicherungen alle denkbaren und undenkbaren Kriegs- und Terror-Risiken abdecken, müsste dies zu Prämien führen, die nicht mehr bezahlbar wären", so Schulte-Noelle. Der ökonomisch sinnvolle Risikoausgleich könnte nicht mehr stattfinden, wirtschaftliche Existenzen würden bereits durch kleinere Störfälle bedroht oder vernichtet.

Entsprechend ihrer volkswirtschaftlichen Rolle, kalkulierbare Unsicherheiten der Zukunft zu vernünftigen Konditionen abzudecken, arbeitet die Versicherungswirtschaft jedoch bereits an Lösungen, die zur Bewältigung der neuen Risikolage beitragen sollen. "Ich unterstütze den vom Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft angeregten Pool für künftige Terrorschäden", erklärte der Allianz Vorstandsvorsitzende.

Verstärkter Risikodialog
Der Angriff auf Amerika habe drastisch vor Augen geführt, wie verletzlich die moderne Gesellschaft sei. Als Konsequenz erwarte die Allianz nicht zuletzt einen erheblich verstärkten "Risikodialog" und einen höheren Stellenwert des Themas Sicherheit. Das Risiko finanzieller Großschäden habe auf Grund einer "Wertekonzentration" bereits in den letzten zehn Jahren - auch jenseits vorsätzlicher Zerstörungskonzepte - überproportional zugenommen. Immer effizientere Managementmethoden schufen auf der anderen Seite Abhängigkeiten, die die Anfälligkeit von Unternehmen verstärkten. Betriebsunterbrechungen seien somit heute bereits der wesentlichste Schadensfaktor, so Schulte-Noelle. "Die Versicherung kann bestimmte Werte in Geld ersetzten, verlorene Kunden aber nicht."

Speziell die Industrie beginne jedoch, die Lage neu zu bewerten und sich auf die veränderten Gegebenheiten einzustellen. Sicherheit werde zum Top-Thema im Unternehmen. Dementsprechend orte die Allianz einen Trend zu verstärktem Risikomanagement, in dessen Rahmen individuelle Lösungen von Versicherung und Kunden gemeinsam erarbeitet werden.

Auf Großschäden vorbereitet
"Trotz der Schadenszahlungen in Höhe von netto 1,5 Mrd. Euro und der Kursverluste durch das Börsengeschehen wird die Allianz auch im Lichte der Terroranschläge ihre Geschäftsstrategie nicht ändern", manifestierte Schulte-Noelle bei seinem Wien-Besuch. "Das ist unser Job, gerade in solchen Situationen für unsere Kunden da zu sein." Dank der Risikodifferenzierung durch die Präsenz in fast allen Märkten der Welt und in verschiedenen Geschäftsfeldern sei man auf Großschäden durchaus vorbereitet.

Modelle statt Branchen
"Zu den großen Herausforderungen der Zukunft wird es zählen, Angebote aus unterschiedlichen Geschäftsbereichen kundengerecht zusammenzuführen und mit passenden Service-Leistungen zu unterlegen", stellte der Allianz Vorstandsvorsitzende zum "Megatrend" der wachsenden Konvergenz von Versicherungen und Finanzdienstleistern fest. Interessanter werde daher künftig der Wettbewerb zwischen Geschäftsmodellen als die Grenzziehung zwischen Branchen.

Das Spielfeld der Wettbewerber verändere sich deutlich, insbesondere ausgelöst durch die Notwendigkeiten der Altersvorsorge, die in vielen Ländern von einem Umlageverfahren auf ein kapitalgedecktes System umgestellt werden muss. Dreh- und Angelpunkt bleibe dabei in jedem Fall der Kunde, der "wertvollste Teil der Wertschöpfungskette", der nach umfassenden Lösungen in einer transparenter gewordenen Produktpalette sucht. Im Vertrieb müssten dabei multiple Zugänge geschaffen werden, Hauptvertriebskanäle stünden durchaus in Konkurrenz zueinander.

Ziel der Allianz - in Deutschland auf gemeinsamem Weg mit der Dresdner Bank - sei primär "Nachhaltigkeit", erklärte Schulte-Noelle, also eine "langfristig gesicherte Balance zwischen Kunden, Mitarbeitern, Anteilseignern und Gesellschaft". Damit könne man den Turbulenzen der Branche ebenso wie veränderten Risikosituationen zuversichtlich entgegen sehen.

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Dr. Marita Roloff
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