SYMPOSION ZUM THEMA FAMILIENPOLITIK IM PARLAMENT Fasslabend wertet Kinderbetreuungsgeld als "Jahrhundert-Entscheidung"

Wien (PK) - Das Thema Familienpolitik steht im Mittelpunkt eines Symposiums, das heute Nachmittag im Parlament stattfindet. Auf Einladung des Dritten Präsidenten des Nationalrates Werner Fasslabend und des Österreichischen Instituts für Familienforschung (ÖIF) stellen sich ExpertInnen und PolitikerInnen unter der Moderation von Irene Kernthaler (ÖIF) einer Podiumsdiskussion zur Frage "Kinderbetreuungsgeld - Gibt es eine Familienpolitik danach?". Als Impulsreferat ist ein Vortrag von Universitätsprofessor Kurt Lüscher (Schweiz) zum Thema "Kinder und Familie im Spannungsfeld unserer Zeit - eine sozialwissenschaftliche Annäherung" vorgesehen. DiskutantInnen am Podium sind Peter Cuyvers (NL), Helmuth Schattovits (ÖIF), Edit Schlaffer (Ludwig Boltzmann Institut für Ethik und zwischenmenschliche Beziehungen) sowie Nationalratsabgeordnete Ridi Steibl (ÖVP).

Dritter Nationalratspräsident Werner Fasslabend meinte in seinen Begrüßungsworten, der etwas provokative Titel des Symposiums sei insofern gerechtfertigt, als es sich beim Kinderbetreuungsgeld tatsächlich um eine "Jahrhundert-Entscheidung" handle, die über quantitative Aspekte hinausgehe. Es würden nämlich nicht nur Leistungsumfang und Bezugsdauer ausgeweitet, viel wichtiger sei, dass das Kinderbetreuungsgeld nicht als Versicherungsleistung konzipiert wurde, sondern als eine Leistung, die vom vorherigen Verdienst unabhängig ist. Maßgeblich sei, so Fasslabend, ob jemand ein Kind zu betreuen habe. Er sieht darin einen Schritt von der Sozialleistung zur Familienleistung. Positiv bewertet er außerdem den Aspekt der Pensionsbegründung und die erhebliche Ausweitung der Zuverdienstmöglichkeiten.

Zur Familienpolitik generell hielt Fasslabend fest, diese werde auch in Zukunft eine der Hauptfragen der Politik sein. Dabei wird man sich ihm zufolge nicht nur mit der Innenwirkung der Familie - etwa die gerechte Aufteilung von Kindererziehung und Hausarbeit - zu beschäftigen haben, auch die Vereinbarkeit von Familie und Beruf werde, so der Dritte Nationalratspräsident, ein großes Thema der nächsten Jahre sein. Fasslabend räumte ein, dass trotz der theoretischen Gleichstellung der Ehepartner, Frauen sich de facto noch immer mehr um Kindererziehung und Haushalt kümmerten, was seiner Ansicht nach aber nicht nur eine einseitige Last ist, sondern auch Rechte bewirkt.

Weiterer Programmpunkt des Symposiums ist ein Rückblick auf die Tätigkeit des Familienforschers Helmuth Schattovits anlässlich dessen Pensionierung als Geschäftsführer des österreichischen Instituts für Familienforschung. Fasslabend lobt Schattovits in seinen Begrüßungsworten als maßgeblichen Mitgestalter der Familienpolitik in den letzten Jahren und unterstrich, der Familienforscher habe für die Konzeption und Einführung des Kinderbetreuungsgeldes wahrscheinlich am meisten getan. Diesem Lob schloss sich auch die nunmehrige Geschäftsführerin des ÖIF an. Weitere Dankesworte sind u.a. von Gesundheitsstaatssekretär Reinhart Waneck, dem ehemaligen Vizekanzler Alois Mock und Kardinal Franz König vorgesehen. (Schluss)

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