Wiener Enquete zum Schwangerschaftsabbruch aus europäischer Sicht

Pittermann: Frauen treffen Entscheidung nicht leichtfertig

Wien, (OTS) Dem Austausch von Erfahrungswerten innerhalb Europas widmet sich eine international besetzte Enquete zum Thema Schwangerschaftsabbruch, die von der Geschäftsgruppe Gesundheit und Spitalswesen, der MA 57 und der Österreichischen Gesellschaft für Familienplanung organisiert worden ist.

"Seit der Einführung der so genannten ‚Fristenregelung‘ in der Ära Kreisky provoziert das Thema ‚Schwangerschaftsabbruch‘ immer wieder kontrovers geführte Diskussionen. Es ist mir als Gesundheitspolitikerin, als Ärztin wie als Frau ein besonderes Anliegen, auf die dramatische Notsituation der betroffenen Frauen hinzuweisen. Die Entscheidung zu einem Abbruch fällt nicht leichtfertig. Die Gründe müssen akzeptiert werden", nahm dazu Wiens Gesundheitsstadträtin Prim. Dr. Elisabeth Pittermann-Höcker Stellung. Es dürfe keine Diskriminierung der Frauen geben. Gegenwärtige Tendenzen, die Gesetze zu verändern, müsse massiv bekämpft werden, so Pittermann.

Lange und schwierige Entscheidungsprozesse für betroffene Frauen

Die Wiener Frauengesundheitsbeauftragte, a.o. Univ.-Prof. Dr. Beate Wimmer-Puchinger, präsentierte eine empirischen Studie unter 1000 österreichische Frauen, die sich entweder für die Fortsetzung der Schwangerschaft oder für eine Interruptio entschieden haben: "Die Ergebnisse zeigen deutlich, dass Frauen in einem langen und schwierigen Entscheidungsprozess alle ihre Möglichkeiten abwägen, die sie für die Übernahme der Verantwortung für ein Kind als unabdingbar erachten." Wesentliche Faktoren seien die Qualität der Partnerschaft, rationale Überlegungen der sozialen und finanziellen Voraussetzungen und wichtige, persönliche Gefühlskomponenten.

"Frauen dürfen keine Bittstellerinnen werden", deponierte der Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Familienplanung, Prof. Dr. Peter Wagenbichler. "Schwangerschaftsabbrüche sind nicht vermeidbar, immer wird es Situationen geben, in denen die Kontrazeption nicht funktioniert hat und Frauen und deren Partner sich nicht in der Lage sehen, ein ungewolltes Kind auf die Welt zu bringen." Die Zahl der Abbrüche sei aber reduzierbar, durch vermehrte Aufklärung über die unterschiedlichen Verhütungsmethoden, Sexualerziehung und kostengünstigen Zugang zur Kontrazeption.

Stadt Wien setzt verstärkt auf Prävention

Die politischen Intentionen müssten daher auf das "Vorfeld" gerichtet seien: "Wir müssen verhindern, dass Frauen überhaupt in diese Situation kommen, ungewollt schwanger zu werden. Daher setzt die Stadt Wien verstärkt auf die Prävention ungeplanter Schwangerschaften, wie etwa in Form von Initiativen bei der Sexualerziehung und Aufklärung. Die Jugendlichen haben unseren Informationstag ‚Sicher ist Sicher‘ im Wiener Rathaus gestürmt und uns damit gezeigt, dass sie nicht nur Informationen wollen, sondern auch offen darüber reden möchten. Daher sind Initiativen dieser Art, wie etwa auch die ÖGF-Beratungsstelle "first love", so wichtig. Diesen Weg werden wir fortsetzen," so die Gesundheitsstadträtin abschließend.

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