LR Josef Plank: 2001 Starke Zunahme an Acker-Biobauern in NÖ

Pressekonferenz am 26.11.2001 - Auf den Biobauernhof Peter Berghofer in Wr. Neustadt, Neunkirchnerstraße 175

Wien (OTS) - "Wir reden nicht mehr von einer Nischenproduktion, Biolandbau ist bereits ein starkes Segment, daß noch weiter im Wachsen begriffen ist. Ich bin stolz darauf, daß gerade NÖ zur Biokornkammer Österreichs sich entwickelt", erklärte Landesrat Josef Plank anlässlich des Pressegespräches "Bio Boom in NÖ".

Der Jungbauer Peter Berghofer, auf dessen Betrieb die Pressekonferenz stattfand, bewirtschaftet 106 ha Ackerfläche im 2. Umstellungsjahr. Er erklärte: "Am Biolandbau fasziniert mich, daß ich an der Entwicklung des Marktes noch mitgestalten kann. Ich lebe und arbeite jetzt wieder mehr mit dem Ackerboden."

Markus Schörpf, Obmann des ERNTE Verbandes NÖ, stellte das umfassende System des ERNTE Verbandes dar, das die Biobauern in allen Bereichen der Produktion und der Vermarktung unterstützt.

Heuer sind in NÖ 10.000 ha biologisch bewirtschaftete Ackerfläche dazugekommen, das ist auf die positive Marktentwicklung zurückzuführen - so ist beim Speisegetreide immer noch die Nachfrage größer als das Angebot. Erfreulich auch, daß es sich bei den Umstellern meist um größere Betriebe handelt. Die Betriebsleiter sind in der überwiegende Zahl junge, innovative Bauern, die durchaus zu rechnen verstehen - und Biolandbau rechnet sich derzeit - , die aber auch in ihrem Denken stark ökologisch orientiert sind.

Zahlen zur Entwicklung des Biolandbaues in NÖ

An Biobauern sind in NÖ im heurigen Jahr an die 300 dazugekommen (von 3.200 im Jahr 2000 auf 3.500), davon sind 3.035 Mitglied beim größten Verband des Landes, ERNTE für das Leben. In ganz Österreich gibt es 19.031 Biobauern (Stand Ende 2000) und auch österreichweit ist insgesamt ein leichtes Wachstum zu verzeichnen.

Bio-Flächen in NÖ:

Jahr: 2000 2001
Acker: 28.000 ha 38.000 ha
Grünland: 71.000 ha 72.000 ha Spezialkulturen: 400 ha 800 ha

Selbst das Grünland ist im Biobereich leicht im Wachsen begriffen, obwohl es hier Ende 2000 Austritte gegeben hat. Zurückzuführen ist das auf den steigenden Absatz von Biomilch und auf die Umstellung vieler Betriebe auf Mutterkuhhaltung, eine Betriebsform, die sich für den Nebenerwerb gut eignet. Mit dem Jungrindfleisch gibt es in dieser Sparte außerdem gute Absatzmöglichkeiten, wobei dieses Produkt nur unter der Marke "Bio" absetzbar ist.

Marktzahlen NÖ:

Jahr 2000 2001
Getreide 30.000 t 50.000 t
Feldgemüse 7.000 t 8.000 t
Kartoffel 10.000 t 12.000 t
Schweine 120 Stk./Woche 123 Stk/Woche Kalbinnen/Ochsen 7 36
Kälber 13 33
Jungrind 45 47
Milch 30 Mio.L 42 Mio.L

Die Entwicklung zeigt eindeutig, daß Biolandbau aus der Marktnische heraustritt, weil Bioprodukte ein immer größer werdendes Marktvolumen besetzen. Die Nachfrage nach Bioprodukten ist im Steigen begriffen, weil die Glaubwürdigkeit dieser Produkte sehr hoch ist, wie Experten aus Wissenschaft und Forschung erst unlängst im Rahmen des Projektes Kulturlandschaftsforschung festgestellt haben.

Der Markt für Bioprodukte öffnet sich auch EU-weit. Jede größere Supermarktkette führt bereits eine Biolinie.

Der Export an Bioprodukten wird sich daher lt. Schätzung von Experten bis 2005 verdoppeln. Mit großem Erfolg werden zur Zeit Kartoffeln, aber auch Feldgemüse exportiert.

Derzeit werden in Österreich Bioprodukte im Wert von ca. 4 Milliarden Schilling produziert. Davon werden im Inland Bio-Lebensmittel im Wert von 3 Milliarden Schilling umgesetzt. Exportiert werden schon derzeit Produkte im Wert von 1 Milliarde Schilling.

Vom Inlandspotential gehen wieder 75 % in den Lebensmitteleinzelhandel, 15 % in die Direktvermarktung und 10 % in den Fachhandel, bzw. regionale Projekte wie Großküchen.

Insgesamt rechnen Experten aus dem Marketingbereich in den nächsten Jahren, was den Gesamtumsatz betrifft, auf eine jährliche Steigerung von 10%.

Interessant ist z.B., daß bei den Mastschweinen lt. einer Befragung des ERNTE Verbandes, die 3fache Menge an Bioschweinen abgesetzt werden könnte.

Aus diesem Wachstumsperspektiven ist zu entnehmen, daß weiterhin Betriebe gefragt sind, die auf Biolandbau umstellen. Das Wachstum soll aber kontinuierlich passieren, immer ausgerichtet auf die Nachfrage. Die Biobauern sind nämlich mit der Strategie gutgefahren, zielgerichtet zu produzieren und unterschiedliche Märkte mit unterschiedlichen Qualitäten zu bedienen. Gefragt sind daher verantwortungsbewusste Bauern, die bereit sind in die persönliche Ausbildung aber auch in die Ausstattung ihres Betriebes zu investieren. In der Umstellung werden sie unterstützt von gut arbeitenden Verbänden und in der Vermarktung von einer professionell agierenden Erzeugergemeinschaft Ökoland.

Vermarktungsmengen NÖ (indirekte Vermarktung)

Produkte 2000 2001 Anmerkungen zur Vermarktung (ungefähre Angaben)

Jungrinder 45 Stk./ 47 Stk./ 50 % Ja Natürlich
Woche Woche 10 % regionale Vermarktung 40 % Export
Kalbinnen u.
Ochsen 7 Stk./ 36 Stk./
Woche Woche v.a. Großküchen
Kälber 13 Stk./ 33 Stk./ 50 % Ja Natürlich
Woche Woche 50 % Großküchen
Schweine 120 Stk./ 123 Stk./ 70 % Ja Natürlich
Woche Woche 30 % andere Vertragspartner,

Export
Milch 30 Mio. 42 Mio. 30 % Ja Natürlich
Liter Liter 20 % Großküchen
50 % Verarbeitung, Export Eier Großküchen und Handel Getreide 33.000 t 50.000 t 70 % Inland, davon:
70 % Ja Natürlich
20 % andere Vertragspartner 10 % Großküchen
30 % Export
Feldgemüse 7.000 t 8.000 t 50 % Inland
50 % Export
Kartoffel 10.000 t 12.000 t 30 % Ja Natürlich
20 % andere Vertragspartner Großküchen
50 % Export

Vermarktung in NÖ:

Direktvermarktung 12 %
Regionale Vermarktung 10 %
(z.B. Großküchen)
Export (v.a. GB) 20 %
LEH Inland (80 % Ja Natürlich) 58 %

Vermarktung in Österreich:

Direktvermarktung 11 %
Regionale Vermarktung 8 %
Export 25 %
LEH Inland 56 %

Entwicklung der Vermarktung in Ö:
2000 3,5 Mrd. ÖS davon Inland: 80 %
2001 4,0 Mrd. ÖS davon Inland: 75 %
erwartete Entwicklung:
2005 5,6 Mrd. ÖS davon Inland: 65 %

Rückfragen & Kontakt:

Peter Sitzwohl
ARGE Bio-Landbau
Handy: 0676/4340094

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