Magnetfeldtherapie: Ärztekammer überprüft aggressive Vermarktungsmethoden

Einbindung von Ärzten in Vertriebssysteme bereitet Sorge

Wien (OTS) - Die aggressiven Vermarktungsmethoden bei Medizinprodukten, die aktuell anhand von Magnetfeldmatten öffentlich diskutiert werden, bereiten der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK) Sorge. Bekanntlich spielen Ärzte im Vertriebssystem von Magnetfeldprodukten eine entscheidende Rolle. Man sei daher bemüht, die in diesem Bereich angewandten Methoden gemeinsam mit dem Sozial-und Gesundheitsministerium genau zu überprüfen und allenfalls dagegen vorzugehen, heißt es dazu Montag in einer Presseaussendung der ÖÄK.

Zur Zeit gebe es keine gesetzliche Handhabe gegen die Einbindung von Ärzten in aggressive Vertriebsmodelle von Wirtschaftsunternehmen. "Der Sachverhalt ist daher gerade im Lichte der aktuellen Diskussion aufklärungsbedürftig", meinte ÖÄK-Präsident Dr. Otto Pjeta. Ergänzend dazu stellte er fest, dass der Einsatz der Magnetfeldtherapie laut einer Studie des Österreichischen Bundesinstitutes für Gesundheitswesen (ÖBIG) nur bei einigen wenigen bestimmten Erkrankungen oder Gebrechen, allerdings nur begleitend zu medizinischer Behandlung, sinnvoll sein könne. Deshalb plane das Sozial- und Gesundheitsministerium die Einschränkung des Vertriebes der Magnetfeldsysteme sowie der aggressiven Werbung. Pjeta: "Die durch die Werbung und die sehr offensiven Vermarktungsmethoden dieser Produkte erweckten Erwartungen bei Patienten stehen in vielen Fällen in keinem Verhältnis zu den erzielbaren Wirkungen." In diesem Zusammenhang setzt Pjeta auf die Medien. Diese hätten eine besondere Aufgabe, um zu verhindern, dass Patienten in marktschreierischer und oft irreführender Weise zum Erwerb dieser Produkte getrieben würden, sagte Pjeta abschließend. (Schluss)

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