Jeder 4. Unfall ist ein Auffahrunfall - KfV fordert Mindestabstand von einer Sekunde

Gesetzliche Latte für Abstand muss höher gelegt werden - Mit schärferem Vorgehen gegen Drängler wurde KfV-Vorschlag entsprochen

Wien (OTS) - Um die Zahl der Auffahrunfälle tatsächlich zu reduzieren, muss es einen Mindestabstand von einer Sekunde geben, forderte heute der Leiter der Rechtsabteilung des Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV), Mag. Armin Kaltenegger. Rund jeder 4. Unfall ist ein Auffahrunfall. Im ersten Halbjahr 2001 gab es insgesamt 4.646 Auffahrunfälle, dabei wurden 6.594 Personen verletzt und 23 getötet. ++++

Mit dem Abstand nehmen es vor allem Pkw-Lenker nicht so genau. Im Kolonnenverkehr fährt jeder zweite zu dicht auf Lkw auf. Kaltenegger:
"Es muss daher eine klare gesetzliche Regelung des Abstands geben." In der Straßenverkehrsordnung seien diesbezüglich 40 Jahre alte Formulierungen an aktuelle Gegebenheiten anzupassen. "Die derzeitigen Bestimmungen sind zu dehnbar und weitgehend unverständlich. Erforderlich sind einfache, verständliche und für den Lenker kontrollierbare Regelungen", betont Kaltenegger und weiter: "Zur Zeit arbeitet die Judikatur mit Mindestwerten, die unter einer Sekunde liegen. Diese Regelung muss nach Ansicht des KfV geändert werden. Die gesetzliche Latte ist höher zu legen."

Das KfV spricht sich für einen Abstand von einer Sekunde aus. Nach Ansicht der Verkehrsexperten kann eine Sekunde von Kfz-Lenkern problemlos geschätzt werden. Vor allem, wenn man auch bedenkt, dass die Sekundenmethode in Fahrschulen schon seit langem trainiert wird. Orientierungspunkte sind zum Beispiel das Einfahren in einen Schatten oder ein Baum am Fahrbahnrand. Zudem kann durch Bodenmarkierungen der Sekundenabstand leicht dargestellt werden.

Bei gefahrenerhöhenden Umständen soll der Abstand auf zwei bis drei Sekunden erhöht werden. Konkret sind das zwei Sekunden bei Regen, Nebel, Schneefahrbahn, Lenken eines Motorfahrrades oder eines Motorrades; drei Sekunden bei einer Eisfahrbahn.

Begrüßt wird vom KfV, dass die Exekutive künftig verschärft gegen Drängler vorgehen wird. Mit der stufenweisen Vorgangsweise beim Strafausmaß wurde einem Vorschlag des KfV entsprochen. "Nach unseren Vorstellungen soll, wer die gesetzliche Regelung zum Beispiel um 0,5 Sekunden unterschreitet, eine saftige Geldstrafe erhalten", hält Kaltenegger abschließend fest.

10 Todesopfer im Straßenverkehr während der vergangenen Woche, davon 3 zum Wochenende

Bei den tödlichen Verkehrsunfällen in der vergangenen Woche verloren 8 PKW-Insassen (davon 7 Lenker), 1 Lkw-Lenker und 1 Traktor-Lenker ihr Leben. 4 der 10 Verkehrsunfälle waren sogenannte Alleinunfälle. 3 tödlich verletzte Fahrzeuginsassen waren nicht angegurtet. Ein Fahrzeuglenker hatte keine Lenkberechtigung.

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