SCHENNACH: HAIDER-INTERVIEW - ORF MUSS KONSEQUENZEN ZIEHEN Grüne: Unerträgliche Manipulation im öffentlich-rechtlichen TV - Tiefpunkt an journalistischer Praxis erreicht

Wien (OTS) "Wenn die Geschichte rund um das Eigeninterview Haiders in New York - Haider-Sekretär interviewt Haider - 'den journalistischen Kriterien entspricht und clean ist', wie der ORF behauptet, dann haben diese journalistischen Kritierien höchstens noch das Niveau von parteipolitischen Belangsendungen", stellt der Mediensprecher der Grünen, Stefan Schennach fest.

"Der ORF muss aus dieser Causa Konsequenzen ziehen, will er nicht den letzten Anschein objektiver und vor allem korrekter Berichterstattung verlieren. Wenn nämlich die sogenannte Entpolitisierung des ORF so aussieht, dass künftig blau-schwarze Politiker eigenproduzierte Videos dem ORF für den Nachrichtenteil übermitteln, diese dort gesendet werden, und der ORF nur mehr die Moderation übernimmt, dann ist der ORF sogar hinter das einstige Milosevic-TV zurückgefallen, dass die Jubelmeldungen zumindest selbst produziert hat. Oder entspricht es bereits der Einsparungspolitik, dass der ORF die Politiker ersucht, ihre Statements ohne 'lästige' Reporterfragen selbst zu produzieren", stellt Schennach fest.

"Der Praxis in manchen ORF-Landesstudios ist ohnedies längst untersuchungswürdig. Der tägliche Pröll-Overkill in 'Niederösterreich heute', gefolgt von den nicht minder beachtlichen Pühringer-Festspielen in 'Oberösterreich heute' wird durch die Causa Haider nur mehr die Krone aufgesetzt. Der Druck der Landeshauptleute auf 'ihre' Landesstudios ist für die ORF-Landesintendanten längst unerträglich, daher muss es künftig klare und einheitliche Standards der Berichterstattung für die Bundesländersendungen geben. Ausserdem muss klargestellt werden, dass die Bundesländer heute-Sendungen nicht mit einem Bericht über den Arbeitstag des jeweiligen Landeshauptmannes zu verwechseln sind", so Schennach, der sich für die letzte Kuratoriumssitzung einen Klarstellung der Geschäftsführung zu dieser Causa erwartet.

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