Symposion "Zukunft der Life Sciences" am 28. und 29. November im RadioKulturhaus

Mit Medizin-Nobelpreisträger Timothy Hunt

Wien (OTS) - Am Mittwoch, den 28. und Donnerstag, den 29. November findet im RadioKulturhaus das Symposion "Zukunft der Life Sciences" -Begrüßung: ORF-Hörfunkintendant Manfred Jochum, Eröffnung:
Bundespräsident Dr. Thomas Klestil - statt. Im Mittelpunkt der Vorträge und Diskussionsrunden internationaler Experten - allen voran Timothy Hunt, Medizin-Nobelpreisträger 2001 - stehen wissenschaftliche, politische, wirtschaftliche, ethische und gesellschaftspolitische Perspektiven der Life Sciences. Eine Dokumentation des Symposions ist im Internet unter http://science.orf.at abrufbar.****

Der erste Vortrag des Symposions kommt von Timothy Hunt, der heuer mit dem Nobelpreis für Medizin für die Entdeckung der Cycline und ihrer Auswirkung auf die Kontrolle des Zellzyklus ausgezeichnet wurde. Cycline sind jene Proteine, die die Funktion der CDK (Cyclin-abhängigen Kinasen) regeln. Hunt zeigte, dass die Cycline im Zusammenhang mit der Zellteilung abgebaut werden. Das ist ein Mechanismus, der sich als zentral für die Kontrolle des Zellzyklus erwiesen hat. Timothy Hunt (geb. 1943) ist Leiter der Abteilung für Zellzykluskontrolle am Imperial Cancer Research Fund in London, ehem. Mitarbeiter am biochemischen Institut und am Albert Einstein College of Medicine in New York, Fellow of the Royal Society, Foreign Associate of the US National Academy of Sciences.

Die Erforschung und Entschlüsselung des menschlichen Erbgutes hat die Biowissenschaften zur wissenschaftlichen "Leitdisziplin" am Beginn des 21. Jahrhunderts gemacht. Die Life Sciences nehmen in der Fortschritts-Diskussion in dynamischer Weise eine Schlüsselrolle ein. Information, Aufklärung und Wissen darüber halten mit dieser Dynamik aber auch im "Jahr der Lebenswissenschaften" nicht Schritt.

Vor diesem Hintergrund werden auch in Österreich neue forschungspolitische Schwerpunkte zur Förderung der Biowissenschaften gesetzt. Der "Wissenschaftsstandort Europa" wird in einem globalen Wettlauf um Forschungsergebnisse und Patente gesehen. Die Produkte der Life Sciences stellen einen ökonomischen Faktor dar, der in Zukunft zum Fortschritt und zur wirtschaftlichen Prosperität beitragen soll. Erstmals nimmt aber auch eine breite Öffentlichkeit davon Notiz, dass die Ergebnisse der Life Sciences Auswirkungen auf alle Lebensbereiche haben: Von der Essensauswahl bis zum Kinderwunsch, von der Lebensversicherung bis zum Arbeitsplatz.

Die von Biowissenschaften und Biotechnologie aufgeworfenen ethischen, sozialen und wirtschaftlichen Fragen beschäftigen auch die Europäische Kommission. Bis Ende 2001 sollen in einem strategischen Papier Antworten entworfen werden. Geplant ist auch ein Aktionsplan für neue Biotech-Initiativen der EU. In Verbindung damit geht es um die entscheidende Frage: Wie lässt sich in Europa die Debatte rund um die Biowissenschaften so führen, dass die Interessengruppen aufeinander zugehen und der Dialog gewährleistet ist?

Die gegenwärtige Situation bietet sich dazu an, Zwischenbilanzen zu ziehen und neue Perspektiven zu entwickeln. Life Sciences in Österreich, der Forschungsstandort Europa und die forschungspolitischen Voraussetzungen, Grundlagenforschung in Technologie umsetzen, werden am ersten Tag des Symposions diskutiert. Am zweiten Tag wird ein aktueller Überblick über die neuesten Ansätze der Biotechnologie mit der Fragestellung verknüpft, wie Risikoforschung, Expertenwissen, Politikberatung, politische Öffentlichkeit und Medien in demokratischen Systemen mit diesen neuen Fragestellungen konstruktiv und zukunftsorientiert umgehen sollen.

Zu den Vortragenden zählen Experten wie Hartmut Böhme (Univ.-Prof. für Kulturtheorie und Mentalitätsgeschichte an der Humboldt Universität Berlin), Günther Bonn (Vorstand des Instituts für Analytische Chemie und Radiochemie an der Universität Innsbruck), Knut Consemüller (Vorsitzender des Rates für Forschung und Technologieentwicklung), Harald Glatz (Leiter der Abteilung Konsumentenpolitik der Arbeiterkammer Wien, Mitglied des europäischen Wirtschafts- und Sozialausschusses), Harald Haymerle (Mitglied der "Working Party Safety in Biotechnology" der Europäischen Föderation für Biotechnologie), Timothy R. Hunt (Medizin-Nobelpreisträger 2001 für die Entdeckung der Cycline und ihrer Auswirkung auf die Kontrolle des Zellzyklus), Klaus-Dieter Jany (Leiter des Molekularbiologischen Zentrums an der Bundesforschungsanstalt für Ernährung in Karlsruhe), Björn Jensen (Direktor für Forschung und Innovation am DHI Water and Environment in Dänemark, Vorstandsmitglied der European Federation of Biotechnology), Peter J. Kracht (Industry Leader Health Sciences Germany der Ernst & Young AG), Hans Loibner (Gründer und Vorstandsmitglied der Igeneon AG), Claire Marris (Univ.-Prof. der Soziologie am Institut National de la Recherche Agronomique, Frankreich), Leopold März (Rektor der Universität für Bodenkultur Wien, Gründungspräsident der Österreichischen Gesellschaft für Biotechnologie), Ronald Mertz (Bayerisches Staatsministerium für Wirtschaft, Verkehr und Technologie), Kim Nasmyth (Geschäftsführender Direktor am Institut für Molekulare Pathologie Wien, Träger des Wittgensteinpreises), Jens Reich (Arbeitsgruppenleiter Bioinformatik am Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin, Berlin), Rainer Reich (The Boston Consulting Group, Wien), Sepp Rieder (Finanzstadtrat, Stadt Wien), Karin Scheele (stellvertretende Vorsitzende des Ausschusses "Humangenetik und andere neue Technologien in der Medizin" des Europäischen Parlaments), Heinrich Scherfler (Vorstandsvorsitzender der Kundl Biochemie GmbH, Präsident der Industriellenvereinigung Tirol), Helmut Schwab (Univ.-Prof. am Institut für Biotechnologie, TU Graz), Edeltraud Stiftinger (Geschäftsführerin der ZIT - Zentrum für Innovation und Technologie GmbH), George Tzotzos (Entwicklungsorganisation Unido, ICGEB Science Koordinator), Ina Wagner (Leiterin des Instituts für Gestaltungs- und Wirkungsforschung der TU Wien, Mitglied der österreichischen Bioethikkommission), Christian Wandrey (Leiter des Instituts für Biotechnologie 2 der Forschungszentrum Jülich GmbH), Erich E. Wanker (Forschungsleiter am Max-Planck-Institut für molekulare Genetik in Berlin, Träger des James-Heineman-Forschungspreises) und Nikolaus Zacherl (Vorstandsvorsitzender des Vereins zur Förderung der Humangenomforschung e.V.). Moderation: "Kurier"-Kommentator Alfred Payrleitner.

Das von Österreich 1 in Kooperation mit der Industriellenvereinigung Wien, dem "Kurier", der Vertretung der Europäischen Kommission in Österreich, der Bundesarbeiterkammer und dem Österreichischen Gewerkschaftsbund und der Österreichischen Gesellschaft für Biotechnologie veranstaltete Symposion "Zukunft der Life Sciences" findet am Mittwoch, den 28. November ab 16.30 Uhr und am Donnerstag, den 29. November ab 13.00 Uhr im Großen Sendesaal des RadioKulturhauses, Argentinierstr. 30a, 1040 Wien, statt. Der Eintritt ist frei.(hb)

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