ERINNERUNG: Das "österreichische Modell" Ende oder Neubeginn?

6. Franz-Senghofer-Symposium beschäftigt sich mit Zukunft der Sozialpartnerschaft

Wien (ÖGB). Über Jahrzehnte hat die Sozialpartnerschaft zu den stabilen Verhältnissen in Österreich beigetragen. Es gab nahezu keine Streiks, die Wirtschaft florierte. Ein Erfolgsmodell, um das uns in der Vergangenheit viele Länder beneideten.
In den letzten Jahren wird dieser für die Zweite Republik so charakteristische "Klassenkampf am grünen Tisch" zunehmend in Frage gestellt. Für die einen steht die Sozialpartnerschaft an einem Wendepunkt. Andere haben gar einen Schlussstrich unter die Sozialpartnerschaft gezogen. Steht das "Modell Österreich" vor dem endgültigen Aus oder vor einem Neubeginn?++++

Am 6. Franz Senghofer Symposium werden diese Problemlagen eingeschätzt. Aus Sicht der politischen Parteien, der Sozialpartner und der Wissenschaft werden die Funktionsfähigkeit, der Reformbedarf sowie zukünftige Reformschritte der Sozialpartnerschaft zur Diskussion gestellt. Es wirken u.a. mit:

Richard Leutner, ÖGB
Reinhold Mitterlehner, Wirtschaftskammer
Johann Kalliauer, AK Oberösterreich
Lorenz Fritz, Industriellenvereinigung
Ferdinand Karlhofer, Universität Innsbruck
Jörg Flecker, Forschungs- und Beratungsstelle Arbeitswelt (FORBA) Emmerich Talos, Universität Wien
Stephan Schulmeister, WIFO
Andreas Khol, ÖVP
Reinhart Gaugg, FPÖ
Josef Cap, SPÖ
Alexander Van der Bellen, Die Grünen

Anmeldung: Margarita Skalla (Tel. 01/534 44/444)

B I T T E M E R K E N SI E V O R!

Das "österreichische Modell"
Ende oder Neubeginn?
6. Franz Senghofer-Symposium Montag, 26. (14.00 Uhr) bis Dienstag, 27. November 2001 (mittags) ÖGB-Bildungszentrum Strudlhof, Strudlhofgasse 10, 1090 Wien

Programmablauf:

26.November 2001

14.00 Uhr

Begrüßung
Franz-Josef Lackinger, ÖGB
Gerald Wintersberger, AK Wien

Zwischen Stabilität und Reformbedarf
Ferdinand Karlhofer, Universität Innsbruck
Ein Begleiteffekt der veränderten politischen Lage ist die gesellschaftliche Polarisierung, von der auch die Sozialpartnerschaft erfasst worden ist. Der Ton zwischen den Verbänden war aber auch vor der Wende schon schärfer geworden. Ist die Sozialpartnerschaft mit ihrer Betonung des Interessenausgleichs zwischen Arbeit und Kapital noch zeitgemäß?

15.00 Uhr

Forum 1:
Risse im Fundament
Jörg Flecker, Forschungs-und Beratungsstelle Arbeitswelt Forba
Das Wirken der Betriebsräte stellt eines der Fundamente des korporatistischen Systems dar. Die Handlungsbedingungen und -orientierungen von Betriebsräten haben sich jedoch verändert. Sind die betrieblichen Arbeitsbeziehungen noch geeignet als Fundament der Sozialpartnerschaft zu fungieren?

Forum 2:
Die österreichische Sozialpartnerschaft. Ein Auslaufmodell? Emmerich Talos, Universität Wien
Die vergangenen Jahre können als die wohl kritischste Phase der Sozialpartnerschaft bezeichnet werden. Wie groß ist der Reformbedarf, oder ist die Sozialpartnerschaft gänzlich ohne Perspektive? Tritt an Stelle der österreichischen Konsensdemokratie eine Konfliktdemokratie?

Forum 3:
Sozialpartnerschaft im europäischen Vergleich
Ferdinand Karlhofer, Universität Innsbruck
In manchen Ländern der EU sind sozialpartnerschaftliche Züge besonders ausgeprägt, in anderen viel weniger. Welche Formen des Miteinander zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern gibt es? Ergibt sich durch die Mitgliedschaft Österreichs in der Europäischen Union eine zusätzliche Interaktionsebene für die Sozialpartnerschaft?

17.00 Uhr

Was bedeutet Sozialpartnerschaft heute noch?
Podiumsdiskussion
Jörg Flecker
Emmerich Talos
Ferdinand Karlhofer

19.00 Uhr

Reform der Sozialpartnerschaft? Oder Neuorientierung? Podiumsdiskussion
Andreas Khol, ÖVP
Reinhart Gaugg, FPÖ
Josef Cap, SPÖ
Alexander Van der Bellen, Die Grünen
Die bisher für die Beziehungen zwischen Sozialpartnern und Regierung gültigen Rahmenbedingungen haben sich verändert. Es scheint, als ob mit dem Erstarken jener Parteien, die nicht in den sozialpartnerschaftlichen Gremien partizipieren, der Konsens zur Sozialpartnerschaft brüchig wird. Haben sich die bisher für die Beziehungen zwischen Sozialpartnern, Parteien und Regierung gültigen Rahmenbedingungen verändert? Welche Bedeutung wird das österreichische Muster der Interessenvermittlung und Interessenpolitik zukünftig haben?

27.November 2001

09.00 Uhr

Sozialpartnerschaft und das europäische Modell
Stephan Schulmeister, Wifo
Gesellschaftspolitische Bedeutung und ökonomische Effizienz der sozialen Markwirtschaft im Kontext der Nachkriegsgeschichte. Sind Sozialpartnerschaft und Sozialstaat Auslaufmodelle? Gibt es Alternativen zur Sozialpartnerschaft?

10.00 Uhr

A C H T U N G Ä N D E R U N G

Die Zukunft der österreichischen Sozialpartnerschaft:
Ein Konfliktlösungsmodell für das 21. Jahrhundert?
Richard Leutner, ÖGB
Reinhold Mitterlehner, WK
Johann Kalliauer, AK
Lorenz Fritz, IV
Moderation: Ferdinand Karlhofer
Standortkonkurrenz, Neugestaltung der Arbeitsmärkte und budgetäre Restriktionen haben Einfluss auf das Konfliktlösungsmodell der Sozialpartnerschaft. Eine Anpassung der Sozialpartner an die veränderten Rahmenbedingungen ist unumgänglich. Wie sehen diese Veränderungen aus? Ist die Sozialpartnerschaft an einen Wendepunkt gekommen? (hell)

ÖGB, 26. November 2001

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