Kommt "Raubzug der Konzerne"? - Gefahr durch Privatisierung des Wassers Burgstaller: Österreich soll nicht den "schlechten Beispielen"

Frankreich und England nacheifern - "Schleichender Waldverkauf" geht weiter =

Wien (SK) "Auch in Österreich droht ein "Raubzug der Konzerne, wenn -wie von Minister Molterer forciert - die heimischen Wasserversorger zusammengelegt und privatisiert werden", erklärte am Samstag, 24. November 2001, Salzburgs SPÖ-Vorsitzende LHStv. Gabi Burgstaller bei der Landeskonferenz der Salzburger Naturfreunde. "Es wäre geradezu fatal für Österreich, wenn wir den schlechten Beispielen England und Frankreich nacheifern. Dort kam es auf Grund der massiven Privatisierungswelle in den 80er-Jahren zu einer eklatanten Verschlechterung in der Wasserversorgung der Haushalte", so Burgstaller weiter.

Mehrere Studien über den Zustand der Wasserversorgung in England und Frankreich haben belegt, so Burgstaller, dass vor allem durch die Gewinnorientierung der privaten Wasserkonzerne katastrophale Zustände bei der Versorgung mit Trinkwasser eingetreten sind. Vor allem dringend notwendige Investitionen in die Leitungssysteme seien durch den Drang zur Gewinnmaximierung unterblieben. Auch die Qualität des Wassers selbst sei ständig gesunken, da der Ausbau von Kläranlagen nicht in ausreichendem Maß erfolgte.

In England ist die Wasserversorgung zu 88 Prozent privatisiert, in Frankreich ist Wasser zu 75 Prozent in der Hand privater Konzerne. "Wasserversorgung ist seit jeher eine klassische öffentliche Aufgabe, und das soll in Österreich auch so bleiben", fordert Salzburgs SPÖ-Vorsitzende Gabi Burgstaller, die durch Privatisierung "eine massive Verteuerung für die Konsumenten" befürchtet. "In England hat sich der Wasserpreis zwischen 1990 und 1998 um 102 Prozent erhöht, die Entwicklung würde in Österreich kaum anders verlaufen", so Burgstaller. Zu diesem Schluss kam auch eine Studie der Arbeiterkammer.

Während Minister Molterer mit Hilfe der Industriellen-Vereinigung die Wasserprivatisierung vorantreibt, geht der Verkauf von Waldflächen bereits "schleichend, aber stetig voran", berichtete die SPÖ-Vorsitzende bei der Landeskonferenz der Naturfreunde. "Über 6.000 Hektar Wald- und Bodenflächen der Bundesforste wurden seit März verkauft, ein Ende ist nicht absehbar", sagte Burgstaller. Sie macht sich daher für die Einleitung des "Volksbegehrens gegen den Ausverkauf von Wald und Wasser" stark, für das in ganz Österreich bereits mehr als 70.000 Unterstützungserklärungen eingelangt sind. "Zur Sicherung des öffentlichen Eigentums an Waldflächen, aber auch zur Sicherung der Wegefreiheit für die Bevölkerung ist das Volksbegehren aus meiner Sicht längst überfällig", forderte die Salzburger SPÖ-Vorsitzende mehr Druck auf die Bundesregierung. (Schluss) ml/cb

Rückfragen & Kontakt:

Tel.: (01) 53427-275
http://www.spoe.at

Pressedienst der SPÖ

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | SPK/SPK