Petrovic: Call Center-Debatte soll Mangel an Kinderbetreuungsplätzen übertünchen

Öffentlichen Vollausbau der Kinderbetreuungsplätze

vorantreiben

Wien (OTS) "Haupts Vorschlag nach Einrichtung von Call Centern ist der Versuch, sich billig aus der öffentlichen Verantwortung für die Einrichtung von flächendeckenden Kinderbetreuungseinrichtungen hinwegzustehlen. Statt Sozialsponsoring für Kinderbetreuung anzudenken, sollte Haupt endlich den Vollausbau der Kinderbetreuungsplätze vorantreiben und nicht ständig den Bedarf daran kleinreden. Innerhalb der EU ist Österreich nämlich sowohl qualitativ (Öffnungszeiten, Zubringerdienste) als auch quantitativ im Schlußfeld bei Kinderbetreuungsplätzen", reagiert die stv. Klubobfrau der Grünen, Madeleine Petrovic, auf heutige Vorschläge Haupts nach Einrichtung von Call Centern für die Betreuung von Kindern. Call Center seien bestenfalls nach dem Vollausbau für die Abdeckung von Spitzenbelastungen sinnvoll

Während bei einem Vollausbau mit Kinderbetreuungsplätzen Kinder wichtige Lernerfahrungen in einer professionell betreuten Gruppe machen könnten, würden sie über Call Center mit wechselnden Betreuungspersonen konfrontiert, was höchst problematisch ist. "Hinter Haupts Vorschlag steht die Ideologie, daß die häusliche Betreuung von Kindern die einzig richtige sei. Daß Vorschulbetreuung auch ein wichtiger Bildungsbestandteil ist, kommt dem Minister nicht in den Sinn", so Petrovic.

Bezeichnend für die Einstellung Haupts zur außerhäuslichen Kinderbetreuung sei, daß er sie über Sozialsponsoring finanzieren wolle. "Der Sozial- und Bildungsbereich soll damit in eine Bittstellerposition gedrängt werden, während die repressiven Staatsfunktionen aufgestockt werden. Polizei- oder Militärsponsoring käme dieser Regierung nie in den Sinn", so Petrovic.

Eine flexiblere Wahrnehmung des Bedarfs wäre zweifellos notwendig, doch Call Center seien dafür das am wenigsten vordringliche Mittel. Sie seien bestenfalls nach dem Vollausbau für die Abdeckung von Spitzenbelastungen sinnvoll. Wesentlich notwendiger wären neben dem Ausbau der Kinderbetreuungseinrichtungen ein Aufbau des Transportdienstes, was in Österreich noch nicht einmal angedacht worden ist, so Petrovic.

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