Gehaltsabschluss Handel: Chance vertan!

Wien (OTS) - Als ungenügend bezeichnet der Gewerkschaftliche Linksblock (GLB) den Gehaltsabschluss im Bereich des Handels. Mit 1,8 Prozent plus 130,- Schilling Fixbetrag ergibt sich eine durchschnittliche Gehaltserhöhung von 2,51 höchstens aber 2,85 Prozent brutto. Stellt man die Lohnsteuerprogression in Rechnung, so ergibt sich im Nettoergebnis auch diesmal wieder ein spürbarer Reallohnverlust.

Dies ist nach Meinung von Lilian Stadler, Referentin für Angestellte im Gewerkschaftlichen Linksblock (GLB), umso bedenklicher, als schon jetzt die Gehaltstafeln, also die vereinbarten Mindestsätze, von immer mehr Firmen unterlaufen werden und Berufsjahre bei Arbeitswechsel nicht angerechnet werden.

Lilian Stadler verweist im Hinblick auf diesen Gehaltsabschluss auf die Tatsache, dass gerade die großen Handelskonzerne im abgelaufenen Jahr satte Gewinne verbuchen konnten, die nicht zuletzt in einer aggressiven Investitionstätigkeit im Ausland Ausdruck finden. Die Handelsangestellten, die diese Ergebnisse erarbeitet haben, werden nicht nur mit immer schlechteren Arbeitsbedingungen sondern zusätzlich mit einem Reallohnverlust bestraft. Nach Meinung des Gewerkschaftlichen Linksblocks wäre es angebracht gewesen, seitens der Gewerkschaft mehr Druck zu entwickeln, um zumindest die zuletzt getätigten Abschlüsse in der Industrie (2,9 bzw. 3 Prozent, mindestens aber 600,- Schilling) zu erreichen.

Schließlich ist zu bedenken, dass gerade im Handel fast nur mehr Teilzeit und geringfügige Beschäftigungsverhältnisse gewährt werden, was ohnehin für denkbar niedrige Gehälter, in der Masse Fraueneinkommen sorgt. Der Gewerkschaftliche Linksblock setzt sich für eine Eindämmung der Teilzeitarbeit und der ungeschützten Arbeitsverhältnisse ein und erwartet sich von der Gewerkschaftsführung endlich wirksame Initiativen in diese Richtung.

Die Gewerkschaft hat eine Chance vertan. Sie hätte mit einer konsequenten Interessenspolitik viel Boden für die Handelsangestellten gut machen können..

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