Kinderunfälle - die Epidemie des 21. Jahrhunderts

Heute Jahrestag der Unterzeichnung der UNO-Konvention der Rechte der Kinder - Institut "Sicher Leben" urgiert Forderungen für mehr Kindersicherheit - Täglich sterben in der EU 14 Kinder an Unfällen

Wien (OTS) - Die Europäische Konsumentenschutzorganisation ECOSA (European Consumer Safety Association) stellt heute, dem Jahrestag der Unterzeichnung der UNO-Konvention der Rechte der Kinder, in Brüssel einen Aktionsplan für mehr Kindersicherheit in der Europäischen Union vor. Gefordert werden vor allem ausreichende Mittel zur besseren Erforschung von Kinderunfällen, jährliche Informationskampagnen, um die Öffentlichkeit auf die Problematik aufmerksam zu machen sowie nationale und europäische Strategien für eine Reduktion der Unfallzahlen.++++

Die Koordination und Umsetzung des Aktionsplanes hat die European Child Safety Alliance über. Österreich wird in der internationalen Arbeitsgruppe durch das Institut "Sicher Leben" und "Große schützen Kleine" vertreten. "Besonders in Österreich ist die Zahl der Kinderunfälle alarmierend hoch. Im EU-Vergleich liegt Österreich an vorletzter Stelle, nur Portugal kommt noch dahinter. Es ist akuter Handlungsbedarf gegeben", hält dazu Dr. Rupert Kisser, der Leiter des Instituts "Sicher Leben" fest.

In den Mitgliedsländern der Europäischen Union sind Unfälle bei Kindern im Alter zwischen 1 und 14 Jahren Todesursache Nummer 1. So sterben beispielsweise doppelt so viele Kinder durch Unfälle als durch Krebs. Jede Woche kommen in der Europäischen Union 100 Kinder durch einen Unfall auf der Straße, zu Hause, in der Schule oder auf Spielplätzen ums Leben.

Am Jahrestag der Unterzeichnung der Kinderrechts-Konvention müsse daran erinnert werden, dass darin auch das Recht auf den bestmöglichen Gesundheitszustand und das Recht auf eine sichere Umwelt verankert sind. Dass diese Punkte bei weitem noch nicht erfüllt sind, zeigen aktuelle Untersuchungen, die gleichzeitig mit dem Aktionsplan veröffentlicht wurden: Tödliche Unfälle sind nur die Spitze eines Eisbergs. Jeden Tag sterben in der Europäischen Union 14 Kinder, 2.240 werden im Krankenhaus behandelt und weitere 28.000 müssen ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen.

Eine Elternbefragung zeigt, dass 90% der Eltern erwarten, dass Produkte und die Umgebung der Kinder unter dem Gesichtspunkt der Kindersicherheit gestaltet werden. 83% der Eltern stimmen zu, dass Produkte, welche die Sicherheit von Kindern erhöhen, billiger sein sollten, damit sie für alle Eltern leistbar sind. 65 % der Eltern sind der Meinung, dass von Seiten der Regierungen mehr für die Sicherheit von Kinder getan werden müsste.

Eine Untersuchung bei den Regierungsstellen ergab, dass die zuständigen Personen sich der Problematik der Kinderunfälle nicht bewusst sind. Außerdem gibt es keine Budgets und keine klar formulierten Ziele der Unfallreduktion im Rahmen der Gesundheitspolitik. Auch bei der Gesetzgebung sind in den Mitgliedsländern große Unterschiede zu verzeichnen. (Schluss)

Für österreichspezifische Fragen:
Institut "Sicher Leben" Mag. Michaela Gruber Ölzeltgasse 3 1030 Wien Tel. 01 715 66 44 - 314

E-mail: michaela.gruber@sicherleben.at

Große schützen Kleine
Prof. Dr. Michael E. Höllwarth Auenbruggerplatz 34 8036 Graz Tel. 0316 385 37 64

E-mail: Kinder.unfall@kfunigraz.ac.at

Nähere Informationen allgemein:
Mrs. Joanne Vincenten Direktorin der European Child Safety Alliance ECOSA: P.O. Box 75169, 1070 AD Amsterdam Niederlande Tel: + 31 20 511 4529 E-mail: j.vincenten@consafe.nl

Rückfragen & Kontakt:

Institut Sicher Leben
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