Grillitsch: Weiterentwicklung von WTO-Regeln notwendig

Globaler Handel darf nicht zum Selbstzweck werden

Wien, 15. November 2001 (AIZ). - "Die Einigung der Minister auf eine gemeinsame Erklärung bei der WTO-Tagung in Doha ist grundsätzlich positiv zu bewerten", sagte heute Bauernbund-Präsident Fritz Grillitsch. "Für die Landwirtschaft war es wichtig, ein Scheitern der Konferenz zu verhindern, weil ohne Einstieg in diese WTO-Verhandlungsrunde keine Fortschritte für eine nachhaltige Entwicklung im Landwirtschaftsbereich möglich sind und das Auslaufen der Friedensklausel 2003 die derzeitigen Agrarmarktordnungen angreifbar macht. Diese WTO-Runde eröffnet die Möglichkeit, nicht nur 'good trade', sondern auch 'fair trade' zu verwirklichen", erklärte Grillitsch. ****

Nur durch die Berücksichtigung von "non trade concerns" sei es möglich, Anliegen der Konsumenten, wie Kennzeichnung und Sicherheit von Lebensmitteln, Tierschutzstandards, Umweltleistungen der Landwirtschaft sowie die multifunktionalen Leistungen zu honorieren, betonte der Bauernbund-Präsident.

Faire Rahmenbedingungen notwendig

"Rahmenbedingungen sind für den Handel wichtig. Deswegen ist eine Weiterentwicklung der WTO-Regelungen notwendig. Es muss aber klar sein, das jeder Staat das Recht haben muss, seine eigene Versorgung mit Lebensmitteln und Rohstoffen mit seinen eigenen Mitteln zu sichern und seine landwirtschaftliche Produktion beziehungsweise seine Politik für den ländlichen Raum so zu gestalten, wie es dem Willen der Bevölkerung entspricht", stellte Grillitsch fest.

"Der globale Freihandel darf nicht zum Selbstzweck werden. Handel macht nur Sinn, wenn er auch Wohlstand bringt und allen zum Vorteil gereicht. Forderungen, die den Abbau sämtlicher Stützungen und Exportregelungen beinhalten, - wie von manchen Staaten gefordert -, gefährden das Ziel einer nachhaltigen multifunktionalen Landwirtschaft. Derartige Positionen sind auch nicht im Sinne der Toleranz von unterschiedlichen Kulturen und Werten, sie schüren nur den Chauvinismus", erklärte Grillitsch.
(Schluss)

Rückfragen & Kontakt:

http://www.aiz-pressedienst.com
FAX: (01) 535 0438

AIZ - Agrarisches Informationszentrum, Pressedienst
Tel: 01/533-18-43, e-Mail: pressedienst@aiz-in.com

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | AIZ/AIZ