Hohe Auszeichnung der Stadt Wien für Peter Weck

Wien, (OTS) Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny überreichte Donnerstag im Wiener Rathaus die Ehrenmedaille der Bundeshauptstadt Wien in Gold an Peter Weck. Dem Festakt wohnten zahlreiche Persönlichkeiten aus Kultur und Politik bei.*****

Kulturstadtrat Mailath-Pokorny würdigte das reichhaltige und vielfältige Wirken Peter Wecks; er habe die kulturelle Entwicklung der zweiten Republik miterlebt und mitgeprägt, als Schauspieler und Regisseur für Theater, Kino und Fernsehen, als Filmproduzent, als Intendant der Vereinigten Bühnen Wien.

Peter Weck wurde 1930 in Wien geboren. Erste Bühnenerfahrungen sammelte er bereits in jungen Jahren als Sängerknabe. Nach dem Gymnasium besuchte Peter Weck das Reinhardt-Seminar, das er mit Auszeichnung abschloss.

Nach den ersten Engagements in Klagenfurt, Hamburg, München und Berlin wurde er am Wiener Burgtheater für elf Jahre sesshaft. Dort überzeugte er unter anderem als liebenswerter und komischer Bluntschli in Bernard Shaws "Helden" und in Nestroys "Lumpazivagabundus" als Schneidergesell Zwirn, dem das unverdiente Geld zu Kopf steigt. Legendär ist sein Stani in Hofmannsthal "Der Schwierige"; legendär deshalb, weil die Leute heute noch davon schwärmen.

Seinem Engagement am Burgtheater verdankt Peter Weck nicht nur beruflichen Erfolg, sondern auch privates Glück. In der Kantine des Burgtheaters lernte er eine Zuschauerin kennen - seine heutige Frau Ingrid.

Auf das Burgtheater folgte das Schauspielhaus Zürich, eine weitere wichtige Station in Peter Wecks Leben. Für 16 Jahre sollte Zürich die Heimatstadt der Familie Weck werden. Seine Paraderolle in Zürich wurde Molieres "Tartuffe". Den Hochstapler und Scharlatan Tartuffe, der mit den Gefühlen der Menschen spielt, brachte er so glaubwürdig auf die Bühne, dass ihm erboste Theaterzuschauer sogar mit dem Schirm drohten.

In diese Zeit fiel auch seine erste Regiearbeit. Regie sollte ein zweites Standbein werden. Geworden ist es eine große Leidenschaft. Dieser Leidenschaft verdanken wir heute zahlreiche Kino- und Fernsehfilme.

1983 erfolgte die Rück-Übersiedlung nach Wien, aus keinem geringeren Grund als die Leitung des Theaters an der Wien zu übernehmen.

Als Intendant des Theaters an der Wien, später der Vereinigten Bühnen Wien, hat Peter Weck Wien zur führenden Musicalstadt auf dem Kontinent gemacht. Mit "Cats" schrieb er Musicalgeschichte. Die Fakten: Mehr als 2000 Aufführungen in sieben Jahren mit 2,2 Millionen Zuseherinnen und Zuseher. Seinen "goldenen Riecher" bewies Peter Weck auch bei den nächsten Musicalproduktionen. Auf dem fulminanten Start von "Cats" folgten "Les Miserables", "A Chorus Line", "Phantom der Oper", "Freudiana", wo Peter Weck selber Regie führte, und "Elisabeth".

Mit Elisabeth nahm er Abschied von den Vereinigten Bühnen, jedoch nicht von der Bühne des öffentlichen Lebens. Seither ist er mehr denn je für den Film tätig. Der "verhinderte Faulpelz", als den er sich selbst bezeichnet, kann in seiner Laufbahn auf mehr als 100 Kinofilme und 200 Fernsehfilme zurückblicken: "Liebelei", "Leutnant Gustl", "Der Fall Winslow", "Zwei alte Gauner", "Zwei unter einem Dach", "Wenn der Vater mit dem Sohne", "Ich heirate eine Familie", "Hofrat Geiger", "Geliebte Gegner", "Die Ehre der Strizzis", um nur einige zu nennen.

Ein Film verdient besondere Erwähnung. In "Aimée und Jaguar" fällt Peter Weck aus der gewohnten Rolle des Herzensbrechers, Charmeurs und Sunnyboys. Er spielt den Chefredakteur Keller, einen überzeugten Nazi. Obwohl eine Nebenrolle wurde die Charakterdarstellung von der Kritik geschätzt.

Wichtig ist auch, das karitative Engagement von Peter Weck hervorzuheben. Er unterstützt die Deutsche Lebensbrücke, die sich leukämiekranker Kinder und verwahrloster Straßenkinder in Russland annimmt. Er stellt nicht nur seinen prominenten Namen zur Verfügung, sondern setzt sich persönlich ein. Er war in Sankt Petersburg und überzeugte sich von der Dringlichkeit und Notwendigkeit des Projekts. Er spielte mit den kranken Kindern und brachte sie zum Lachen. Sein jüngstes Projekt ist eine CD mit Gedichten russischer Schriftsteller. Der Reinerlös der CD kommt der Hilfsorganisation "Deutsche Lebensbrücke" zu. (Schluss) rar

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