Illegale Pflegekräfte in Österreich

Wien (OTS) - In heutigen Pressemeldungen wird über den hohen Anteil illegal arbeitender Pflegekräfte in der häuslichen Pflege berichtet. Dies zeigt deutlich auf, dass in Österreich mit den derzeit vorhandenen Strukturen und der zur Verfügung gestellten finanziellen Mittel seitens der öffentlichen Hand der Pflegebedarf nicht abgedeckt werden kann. Die "Bundesarbeitsgemeinschaft Freie Wohlfahrt" (BAG) hat wiederholt auf das Problem aufmerksam gemacht und konkrete Forderungen geäußert. Die Trägerorganisationen der BAG sind die Caritas Österreich, die Diakonie Österreich, das Österreichische Hilfswerk, das Österreichische Rote Kreuz und die Volkshilfe Österreich.

Intensivere Betreuungen zu Hause sind in Österreich nur schwer möglich. Ist eine Rund-um-die-Uhr-Versorgung notwendig, bleibt nur das Pflegeheim. Im Sinne der Selbstbestimmung von pflegebedürftigen Menschen sollten diese aber selbst entscheiden, ob sie zu Hause bleiben oder in einem Pflegeheim leben wollen. Sowohl Pflegeheim als auch intensive mobile Pflege und Betreuung durch professionelle Fachkräfte sind natürlich teurer als die "illegale" Pflege.

Die Pflegekräfte der Trägerorganisationen sind voll ausgelastet und weitere Pflegekräfte können aufgrund der begrenzten Budgets nicht angestellt werden. Weiters gibt es einen Mangel an diplomierten Gesundheits- und Krankenpflegepersonen, Altenfachbetreuern und Pflegehilfen in diesem Arbeitsbereich. Die Abschiebung einer ausländischen Pflegekraft ist die Individualisierung eines gesellschaftlichen Problems Österreichs. Leidtragender ist die pflegebedürftige Person, der der Betreuer genommen wird, ohne Alternativen zu ermöglichen.

Die Forderung der BAG sind:
- Bereitstellung zusätzlicher finanzieller Mittel seitens der öffentlichen Hand zum Ausbau der professionellen Pflege- und etreuungsdienste.
- Möglichkeiten sind zu suchen, wie eine 24-Stunden-Betreuung zuhause organisiert und durchgeführt werden kann.
- Regelmäßige Beratung und Qualitätskontrolle aller Pflegekräfte.

Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an Mag. Monika Wild, Österreichisches Rotes Kreuz, Tel.: 01/58900-121, wild@redcross.or.at, www.roteskreuz.at.

Rückfragen & Kontakt:

Mag. Bernhard Jany
Tel.: (01) 58 900/151
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ÖRK-Pressestelle

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