Morak:: Schlüsselrolle Österreichs im Kulturraum Europa

Eröffnung der Kulturministertagung "Creative Europe" 1

Innsbruck (OTS) - "Diese Konferenz soll Gelegenheit geben, bestehende Netzwerke und Kooperationen zu verbessern und neue zu begründen, unsere Kenntnis von den Wünschen und Problemlagen der Teilnehmer zu vertiefen und gemeinsame Lösungen zu suchen, um in Zukunft von einem Europa sprechen zu können", so Kunststaatssekretär Franz Morak, heute, Donnerstag anlässlich der Eröffnung der bis 18. November in Innsbruck stattfindenden Kulturministertagung, zu der rund 25 Delegation und 18 Minister aus dem ost- und südostmitteleuropäischen Raum erwartet werden.

"Die kulturelle Bedeutung für die europäische Integration ist für mich sicher kein Lippenbekenntnis. Das Projekt Europa ist weiter als ein gemeinsamer Markt, weiter auch als das Projekt eines bloßen politischen Zusammenschlusses". Es gibt einen "Kulturraum Europa" und in ihm sind die Wurzeln dessen gelegt, was - jenseits der Verwerfungen und Katastrophen des 20. Jahrhunderts - das Bedürfnis nach einer europäischen Einheit seit mehreren Jahrhunderten stimuliert. "Es gibt immer noch Vorurteile im Hinblick auf angebliche kulturelle Hierarchien zwischen West- und Südosteuropa. Sie sind nicht gerechtfertigt und einer europäischen Integration nicht zuträglich", so Morak in seiner Eröffnungsrede.

"Österreich hat, was die kulturelle Schnittstelle in Europa betrifft, eine Schlüsselrolle: es ist ein Bestandteil unserer kulturellen Identität, dass wir als "Brücke" zwischen Ost und West fungieren". Die Bedeutung von Kunst und Kultur war Österreich immer ein spezifisches Anliegen, dafür spricht unsere gemeinsame Geschichte, aber auch die Tätigkeit zahlloser Einzelpersonen, die schon während der Zeit des kalten Krieges informelle kulturelle Kontakte zwischen Ost- und West geknüpft haben. Für unzählige Kulturschaffende aus den Beitrittsländern habe der Weg zur Weltgeltung über Österreich geführt - real, indem sie hier kurzzeitig gelebt haben, oder virtuell, indem sich österreichische Kulturinstitutionen ihres Werkes angenommen haben. "Das ist eine Tradition, an die wir anknüpfen sollten" so Morak weiter, es gehe aber nicht um eine "Verpflichtung" Österreichs im Zusammenhang mit der kulturellen EU-Erweiterung. Vielmehr gehe es um eine "Chance, bei der durch Kooperationen und enge Zusammenarbeit alle Beteiligten nur profitieren können. Diese Chance, dass hier etwas Nachhaltiges entsteht, sollten wir auch in den kommenden Tagen nützen" betonte Morak.

Das Verhältnis und Zusammenspiel von Kultur und Wirtschaft habe im 21. Jahrhundert eine völlig neue Qualität dadurch erreicht, dass einerseits der industrielle Bereich in einem ungeheuren Ausmaß kreative Ideen an sich gebunden habe, andererseits der Kunstbegriff eine extreme Erweiterung erfahren hat. Dieser Trend ist für das Thema "Creative Europe" von eminenter Bedeutung, so Morak, der in diesem Zusammenhang auf das von Großbritannien unter Tony Blair entwickelte Konzept der "Creative Industries" verwies. Blairs Konzept sei zwar ein nationales, doch es gilt auch für das vereinte Europa. "Hier müssen wir uns bemühen, Partner aus anderen betroffenen Politbereichen zu gewinnen". "Kultur und Kreativität sind eben in ihrer Vielfältigkeit auch ein Wirtschaftfaktor - und sollten ebenso das Thema möglicher Kooperationen darstellen" sagte Morak.

Die europäische Kulturpolitik müsse die Rahmenbedingungen für die Entwicklung einer lebendigen europäischen Kulturszene zur Verfügung stellen, so Morak, der das EU Kultur-Programm "Kultur 2000" hervorhob.

Gerade die Tatsache, dass "Kultur 2000" heuer erstmals auch für die Beitrittskandidatenländer zugänglich war, ist ein erster wichtiger Schritt. Das ist noch ausbaufähig, wir sollten uns verstärkt bemühen, die Kunstschaffenden unserer neuen Partnerländer zu einer Beteiligung an Projekten im Rahmen des Kulturprogramms "Kultur 2000" zu gewinnen.

"Im Kulturraum Europa ist die Kreativität seiner Bewohner ein wichtiger Faktor der europäischen Integration. Die gemeinsame Arbeit an der Förderung der europäischen Kultur ist ein wesentlicher Beitrag zu einer umfassenden europäischen Integration", sagte Morak abschließend.

(Forts. mgl)

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