Hochwasserschutz im Machland: Emotionelle Diskussion

Sobotka: Nur was Experten absegnen wird umgesetzt

St. Pölten (OTS) - Der derzeitiige Entwicklungsstand und die weiteren Schritte über den Hochwasserschutz im Machland Nord standen gestern Abend in Stephanshart bei Amstetten im Mittelpunkt einer Informationsveranstaltung. Konkret ging es darum, die Bevölkerung über die geplanten Baumaßnahmen zum Schutz vor Hochwasser auf oberösterreichischem Gebiet zu informieren. Auf einem rund 40 km langen Donauabschnitt zwischen Mauthausen und St. Nikola sollen Dämme zum Schutz vor Hochwasser errichtet werden. Diese Baumaßnahmen haben jedoch unmittelbare Auswirkungen auf niederösterreichische Gemeinden. Die Bevölkerung in den niederösterreichischen Gemeinden befürchtet, daß es aufgrund dieser Baumaßnahmen bei Hochwasser zu verstärkten Überschwemmungen in ihrem Gebiet kommt. Das Hochland dies- und jenseites der Landesgrenzen gehört zu den vom Hochwasser am meisten gefährdeten Gebieten in Österreich. Das letzte verheerende Hochwasser in dieser Region gab es 1991.

Um den Schutz der niederösterreichischen Gemeinden sicherstellen zu können, wurde der von Landesrat Mag. Wolfgang Sobotka, ein unabhängiger Experte beauftragt, die im Auftrag von Oberösterreich erstellten Berechnungen über die Auswirkungen zu überprüfen. Das Ergebnis wurde gestern Abend vorgestellt. Grundsätzlich handle es sich bei der oberösterreichischen Studie um eine gute und solide Arbeit. Dennoch gebe es Unterschiede zwischen Berechnungen und Beobachtungen, die zuerst analysiert werden sollten bevor es zu konkreten Umsetzungsschritten kommt.

Für Sobotka ist es entscheidend, dass nur das umgesetzt werden darf, was von Experten abgesegnet wurde. Unbestritten sei, daß es Auswirkungen auf niederösterreichischen Gebieten geben werde. Deshalb müsse zunächst geklärt werden, wie gravierend diese seien und welche Möglichkeiten es gibt, diese Auswirkungen möglichst gering zu halten. Erfreulich sei auch, so Sobotka, dass Oberösterreich den Weg der Transparenz und der Offensive gewählt hat. Vor allem die Tatsache, für alle Baulose (insgesamt 7) eine Umweltverträglichkeitsprüfung durchzuführen, sei ein Beweis für die Kooperationsbereitschaft. Oberösterreichs Landeshauptmann Stellvertreter Franz Hiesl, der ebenfalls anwesend war, hatte in seinem Eröffnungsstatement angekündigt, auch für jene Baulose, die nicht UVP-pflichtig sind, auf freiwilliger Basis eine Umweltverträglichkeitsprüfung durchführen zu lassen. Niederösterreichs Umweltanwalt hat in diesem Verfahren Parteienstellung. Sobotka sprach sich außerdem dafür aus, in regelmäßigen Abständen die Bevölkerung über die derzeitigen Fakten und Sachlage zu informieren. Für welche Emotionen dieses Thema in der Bevölkerung sorgt, zeigte die abschließende Diskussion.

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