Symposium beschäftigt sich mit Politik der Form

Wien, (OTS), Die Künstler des Dadaismus stießen Anfang des 20. Jahrhunderts noch auf die erwünschte Irritation, die Bewegung der Punks sorgte mit ihrer Musik und ihrem Aussehen in den 70ern ebenfalls noch für heftige Kontroversen, in späterer Folge jedoch lief das avantgardistische Konzept mit Irritationen der Form, also etwa durch Stachelhalsbänder oder absurden Gedichten Aufmerksamkeit zu erregen, langsam aus. "Viele künstlerische Konzepte, die auf Irritation aufbauen, werden heutzutage kaum noch wahrgenommen", stellt die Co-Organisatorin des Symposium "Ironie, Montage, Verfremdung: Politik der Form" (23. bis 25. November) Anna Schober fest. Auch die klassische Unterscheidung etwa in wertvollen Avantgarde-Film und manipulierenden Hollywood-Film bedarf heute, laut der gelernten Historikerin, einer gründlichen Hinterfragung. Dies nicht zuletzt deswegen, weil unzählige Mainstream-Filme mit Interesse und Geschick künstlerische Neuentwicklungen des Avantgarde-Sektors längst übernommen haben. Die Relevanz der künstlerischen Thematisierung der "Politik der Form" stünde aber laut Schober weiterhin auf dem Menüplan der Kulturwissenschaften.****

Das Symposium setzt sich zum Ziel, Geschichte und Theorien der Anwendung der Politik-der-Form-These im 20. Jahrhundert zu diskutieren, um auf diese Weise zu einer Neuformulierung der Frage nach der politischen Wirksamkeit ästhetischer Formen zu kommen. Als Teilnehmer und Referenten sind u.a. Jonathan Rosenbaum (Filmkritiker und Autor), Theodora Skipitares (Multimedia-Künstlerin), Mario Perniola (Professor für Ästhetik/Rom) und Ernesto Laclau (Vorstand des Instituts für Politische Theorie/Essex) vorgesehen.

Die dreitägige Veranstaltung, die u.a. vom Kulturamt der Stadt Wien unterstützt wird, ist frei zugänglich. Wer sich bis 19. November unter einer der folgenden e-Mail-Adressen anmeldet, erhält eine Tagungsmappe zugesandt: annaschober@t0.or.at bzw. vraeaeth.oehner@blackbox.net

o Symposium:

Ironie, Montage, Verfremdung: Politik der Form
23. bis 25. November 2001
Akademie der bildenden Künste, Institut für
Gegenwartskunst
1., Schillerplatz 3, Raum Mezzanin 13
www.akademiegalerie.at/

(Schluss) hch/

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